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19.06.2012

Die besten Stadionhymnen: Hamburg meine Perle

Vor jedem Anpfiff hallen verschiedenste Vereinshymnen durch die Stadien Europas. Sie sind Inbegriff der Clubs, handeln von Tradition, erinnern an eine ruhmreiche Geschichte und drücken die Verbundenheit der Fans zu ihrer Elf aus. Doch welchen Ursprung haben die Songs, die vor Spielbeginn in anderen Stadien zu hören sind und von Zehntausenden mitgesungen werden? Warum ist es ausgerechnet dieses eine Lied, das ausgewählt wurde um den Verein zu verkörpern? Diese und andere Fragen beantwortet achtzehn99.de in den kommenden Wochen. Darüber hinaus wird über ungewöhnliche und kuriose Geschichten rund um die Hymnen der verschiedensten Clubs berichtet. Unsere Reise durch die Stadien führt uns heute in die Hansestadt Hamburg.

Lange Zeit blieb den Fans des Hamburger SV nur wenig Grund zur Freude. Der Bundesliga-Dino war vom Aussterben bedroht. Ausgerechnet in der sportlichen Krise wurde das offizielle Lied des HSV, „Hamburg meine Perle“, von „Radio Hamburg“ für die 2. Bundesliga um getextet.

Während in der Originalversion die Schönheit des Klubs aus der Hansestadt besungen wird und Mannschaften aus Cottbus, Dortmund oder München nur geringe Siegchancen in Hamburg hätten, wurden im Text des Lokalsenders Vereine aus der 2. Bundesliga ins Lächerliche gezogen. Vor allem auf Aue hatte es Moderator Horst abgesehen. So hieß es gleich in den ersten Zeilen des Remakes: „Wenn du aus Aue kommst, sind deine Eltern wohl Geschwister.“ Nach massiver Kritik, entschuldigte sich der Moderator bei den Einwohnern der Stadt im Erzgebirge und änderte seine Fassung. Fortan hieß es: „Wenn du aus Aue kommst, geh doch im Erzgebirge wandern.“

Hohe Wellen

Doch nicht nur den Zorn der Sachsen zog Horst auf sich, auch die HSV-Fans und Stadionsprecher „Lotto King Karl“ gingen auf die Barrikaden. Letzterer ist einer der Verfasser des Originals und sagte wütend: „Ob das schlau war, diesen Text zu dichten…“ Seine Teilnahme an einem Konzert, welches „Radio Hamburg“ jährlich zu Ostern veranstaltet, sagte der HSV-Sänger aus Protest kurzerhand ab. Als sei dies noch nicht genug, riefen Anhänger des Vereins zum Sender-Boykott auf, beleidigten und bedrohten den Moderator auf Facebook. Dieser bekam daraufhin von seinem Arbeitgeber Personenschutz an die Seite gestellt und tauchte zeitweise in Schleswig-Holstein unter. Horsts Kollege, Morningshow-Moderator John Ment, war über den Vorfall erschrocken: “Das Lied sollte keine Demütigung oder Verarsche sein. Es soll vielmehr als Ansporn dienen, als Motivation.“

Wogen glätten sich nur langsam

Erst Tage später beruhigten sich die Gemüter in der Hansestadt. Radiomann Horst entschuldigte sich und erklärte: “Dieses Lied sollte doch nur eine Motivation sein. Ich möchte doch selber nicht, dass der Text Realität wird.“ Auch die Fans des Bundesliga-Dinos stimmten versöhnliche Töne an. So bat ein Anhänger, der den Moderator beleidigt hatte, während der Morningshow des Senders um Verzeihung.

Der Hamburger SV sah das ganze hanseatisch gelassen und beteiligte sich nicht an den Geschehnissen. Vielmehr zeigten sie sogar Verständnis für die Aktion. HSV-Mediendirektor Jörn Wolf sagte: “Mit Häme muss man in unser Situation rechnen. Wir müssen mit sportlichen Erfolgen dafür sorgen, dass weiterhin die Originalversion gespielt wird.“

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