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16.08.2012

Das Poststadion – Ein Stück Berliner Geschichte

Das Poststadion in Berlin ist am Samstag Austragungsort der Erstrundenpartie im DFB-Pokal zwischen dem Berliner Athletik Klub 07 und der TSG 1899 Hoffenheim. So weit so gut. Mit seiner rumreichen Geschichte ist das Stadion an der Lehrter Straße aber weitaus mehr als das.

Es wurde einst für den Post SV Berlin von Architekt Georg Demmler entworfen und nach einer Bauzeit von drei Jahren im Mai 1929 eröffnet. Am 30. April 1990 wurde es als Baudenkmal ausgezeichnet. Zwischen den Jahren beherbergte das Poststadion einige namhafte Sportlergrößen verschiedenster Nationalitäten und Sportarten. Vorrangig in den 1930ern wurden dort zahlreiche Fußballspiele von überregionaler Bedeutung ausgetragen, u.a. das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft in den Jahren 1934 und 1936. Auch die deutsche Nationalmannschaft spielte mehrmals dort.

Bei den Olympischen Spielen 1936 gehörte es zu den Austragungsorten für die Vorrundenspiele. In der Partie gegen Norwegen musste Deutschland zwar eine 0:2-Niederlage verkraften, jedoch wurde ein Zuschauerrekord von 55.000 Zuschauern im erweiterten Stadion aufgestellt. Die eigentliche Kapazität lag bei rund 35.000 Zuschauern. Deutschland schied aus dem olympischen Turnier aus. Es war zugleich das letzte Länderspiel unter der Leitung des Reichstrainers Otto Nerz, dessen Nachfolger Sepp Herberger wurde. Ein weiterer Höhepunkt in der Historie des Stadions war die Austragung eines Kampfes von Boxlegende und Schwergewichtsweltmeister Max Schmeling am 7. Juli 1935.

Teile des Stadions wurden jedoch im zweiten Weltkrieg zerstört, aber bereits 1945 wieder weitestgehend aufgebaut, sodass schnell wieder Spiele stattfinden konnten. Nach dem Bau des Olympiastadions verlor das Poststadion allerdings seine Rolle als wichtigste Berliner Sportstätte. Im Jahr 2003 wurde damit begonnen, das Stadion zu sanieren und im Juli 2007 die erste Phase der Umbauarbeiten abgeschlossen.

Mit Beginn der Saison 2008/09 ist es zur Heimat des Berliner Athletik Klub 07 geworden, der dort seine Heimspiele in der Regionalliga Nordost vor 500 Zuschauern austrägt. Sanierungsbedürftige Tribünen lassen derzeit nur noch eine Kapazität von 10.000 Zuschauern zu. Ein wenig vom Glanz vergangener Tage könnte aber am Samstag Einzug wieder halten, wenn der geschichtsträchtige DFB-Pokal Station macht im altehrwürdigen Berliner Poststadion.

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