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PROFIS
11.11.2011

Das Trainerduell: André Trulsen vs. Klaus-Peter Nemet

Endlich ist das Hamburger Dreigestirn komplett. Nachdem Holger Stanislawski und André Trulsen bereits zu Beginn der Saison zu 1899 Hoffenheim wechselten, folgte einige Wochen später auch der Dritte im Bunde: Klaus-Peter Nemet, besser noch K.-P. Nemet, am besten einfach KaPe. achtzehn99 lädt beide zum Duell und nutzt die Gelegenheit, den Fans die Männer hinter Stani genauer vorzustellen.

Bei der Wahl der Disziplin stellten sich jedoch Probleme ein. Beide Nordlichter sind trotz ihrer Herkunft glühende Anhänger eines urbayerischen „Sports“: Schafkopf, ein Kartenspiel für vier Spieler, nicht für zwei. Weil beide aber auch seit fünf Jahren als Co-Trainer an beiden Seiten von Stani wirken, fi ndet sich die richtige Disziplin. Die liegt mit der Wahrheit zusammen auf dem Platz. Dort angekommen einigt man sich auf die Bedingungen und Spielvarianten, die in die Wertung des Duells einfließen sollen. Vier Varianten, je drei Versuche: Lattenschießen, Schnibbeln, Zielen und Annähern. Klassische Trainingswettkämpfe der Profis, in denen gerne ausgespielt wird, wer wen beim Mittagessen bedienen muss oder wer wessen Tasche zu tragen hat.

Truller siegt beim Lattenschießen

Die erste Disziplin: Lattenschießen. Der Ball muss dabei von der Strafraumlinie an die Latte geschossen werden. Jeder Treffer zählt einen Punkt. Favorit ist „Truller“. Er beginnt und trifft im ersten Versuch. Am Ende steht ein knapper Sieg für Truller und die Führung in der Gesamtwertung. Trulsen war bei Pauli einst gemeinsam mit Holger Stanislawski Spieler unter KaPe. 1995 stiegen sie in dieser Kombination in die Bundesliga auf. Geschichten über Ausreißer im Trainingslager, Eskapaden oder nur über die kleinsten Disziplinlosigkeiten lässt sich KaPe nicht entlocken. „Die waren immer anständig und hoch motiviert“, sagt der mit 57 Jahren älteste im Hamburger Dreierpack. Ein verschmitztes Lächeln auf seinem Gesicht lässt erahnen, dass es unter Umständen doch die eine oder andere Situation gab. Truller selbst bestätigt seinen ehemaligen Trainer: „Wir waren Musterprofi s, ist doch

klar!“

KaPe gleicht aus und geht sogar in Führung

Die zweite Disziplin: Schnibbeln. Die Aufgabenstellung: Von der Grundlinie aus muss der Ball ins Tor „geschnibbelt“ werden. „Da ist KaPe Favorit. Der macht ja den ganzen Tag nichts anderes“, sagt Truller lachend. Nach je drei Versuchen von links und rechts bestätigt das KaPe und gleicht aus. Innerhalb des Trainerteams übernehmen beide die Leitung einzelner Trainingseinheiten und betreuen je eine Gruppe, wenn der Kader in solche aufgeteilt wird. Während Truller näher am eigentlichen Trainingsgeschehen ist, übernimmt KaPe größere Anteile an der übergeordneten und langfristigen Strategieplanung. „Ich sitze bei unseren Spielen in der Regel gemeinsam mit unserem Videoanalysten auf der Tribüne. Von dort hat man einen besseren Überblick. Wenn mir dann etwas auffällt, können wir das in der Pause ansprechen und in der zweiten Hälfte besser machen.“ Trullers Platz während des Spiels ist auf der Bank, neben Stani. Dort entwickelt der sonst so ruhige Hamburger regelmäßig eine unbändige Leidenschaft. „Ich gehe voll mit und muss mich zum Sitzen zwingen. Je nach Spielverlauf klappt das mal besser oder schlechter“, berichtet der 46-Jährige. Die dritte Disziplin steht an: Zielschießen. Die Markierungen sind so genannte Freistoß-Dummys, die den Profi s als Mauerersatz beim Training dienen und zwischen denen der Ball von einer bestimmten Entfernung durchgespielt werden muss. KaPe gewinnt knapp mit 5:4 und geht damit in der Gesamtwertung in Führung.

Leistungsgerechtes Remis

Ohne Umschweife geht es weiter zur Abschlussdisziplin: die Annäherung. Hier ist nicht Kraft, sondern Gefühl, Technik und nicht zuletzt Taktik gefragt. Wie beim Eisstockschießen oder beim Boule muss jeder Kontrahent einen seiner Bälle möglichst nahe am Ziel platzieren. Der am dichtesten Platzierte gewinnt. Es ist erlaubt, den gegnerischen Ball mit einem eigenen vom Ziel weg zu schießen, weswegen dem letzten Versuch eine besonders hohe Bedeutung zukommt. Truller gewinnt den ersten Durchgang klar, doch KaPe kann ausgleichen. Der letzte Durchgang entscheidet demnach über Sieg in der Disziplin und in der Gesamtwertung. Jetzt wird es eng. Sehr eng. So eng, dass nachgemessen werden muss. In einer Zentimeter-Entscheidung sichert sich Truller den Sieg in der Disziplin. Damit gleicht er in der Gesamtwertung aus. Als langjährige Kollegen und immer noch

Weggefährten steht am Ende ein Unentschieden zwischen den Beiden, mit dem sie sichtlich gut leben können.

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