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U23
26.11.2010

U23-Gegnerporträt: VfR Wormatia Worms

Am Sonntag, 14 Uhr, trifft die U23 im Dietmar-Hopp-Stadion auf den VfR Wormatia Worms. Wir stellen die Mannschaft vor, die seit dem Trainerwechsel von Jürgen Klotz zum Ex-Nationalspieler Ronald Borchers auf dem Weg nach oben ist.

„Bin i Radi, bin i König." Wenn es um den jugoslawischen Kult-Keeper aus den 60er Jahren Petar Radenković geht, denkt der Fußball-Freund sofort an den TSV 1860 München. Bei den Löwen wurden die gewagten Ausflüge des Torhüters aus dem Strafraum zu seiner Marke, hier nahm er seine musikalisch nicht ganz so erstklassigen Schallplatten auf. Der erste deutsche Klub, für den „Radi" nach seiner Flucht aus der Heimat 1961 spielte, war allerdings ... Wormatia Worms. Radenković ist nicht der einzige Torwart-Altstar, der einst im Wormatia-Stadion zwischen den Pfosten stand. Rudi Kargus, der mit dem Hamburger SV Ende der 70er Jahre große Erfolge feierte und bis heute mit 24 gehaltenen Strafstößen der erfolgreichste Elfmetertöter der Bundesliga ist, ist sogar in der Nibelungenstadt geboren.

Gerne erinnert man sich hier an die Zeit zurück, als die Wormatia als Gründungsmitglied der 2. Bundesliga Süd zu den besten Adressen des Landes zählte. In der Saison 1974/75 sowie von 1977 bis '82 spielten die Wormser zweitklassigen Fußball. Ihre erfolgreichste Runde absolvierten sie 1978/79, als Dragoslav Stepanović - ebenso wie sein Landsmann Radenković für seine Stilblüten bekannt („Lebbe geht weiter") - in der Abwehr die Knochen hinhielt und Eckhard Krautzun auf der Trainerbank saß. Pikant: Lange Zeit führte die Wormatia die Tabelle an und flog der 1. Bundesliga entgegen, doch in der Winterpause wechselte Krautzun zu 1860 München. Am Ende stiegen die Löwen mit drei Punkten Vorsprung vor den Drittplatzierten Wormsern auf.

Nur einmal zuvor war der „Verein für Rasensport" der Erstklassigkeit so nahe gekommen. Als Vizemeister der Regionalliga Südwest startete er 1965 in die Aufstiegsrunde zur Bundesliga, zog aber gegen Borussia Mönchengladbach, dessen Fohlen-Generation gerade heranwuchs, deutlich den Kürzeren. Nach dem Zweitliga-Abstieg 1982 wurde es erstmal ruhig um den 1922 aus einer Fusion zwischen dem VfL Wormatia und dem VfR Worms hervorgegangenen Klub. In den Folgejahren kam es zu finanziellen Unregelmäßigkeiten. 1986 wäre der VfR als Oberliga-Meister eigentlich für die Aufstiegsrunde zur 2. Liga qualifiziert gewesen, gab aber die Lizenzunterlagen zu spät ab und musste dem FSV Salmrohr, der auch noch prompt aufstieg, den Vortritt lassen. Von diesem Rückschlag erholten sich die Wormser nicht mehr. Mitte der 90er Jahre ging es sogar runter in die Verbandsliga, erst 1998 gelang unter dem Ex-FCK-Profi Demir Hotić die Rückkehr in die Oberliga, die je nach Liga-Reform viert- oder fünftklassig war.

Unter dem ehemaligen 1860er Bernhard Trares qualifizierte sich Wormatia Worms 2007/08 als Oberliga-Dritter für die neue Regionalliga und wäre in beiden darauffolgenden Spielzeiten eigentlich sportlich abgestiegen, profitierte aber jeweils von den Lizenzentzügen anderer Klubs. Vor dieser Saison krempelte Jürgen Klotz, der Trares nach dem ersten Regionalliga-Halbjahr beerbte, den Kader komplett um. 15 Spieler - darunter der Wandervogel Michael Aničić - gingen, 19 kamen neu hinzu. Nach schwachem Saisonstart - darunter ein 1:5 gegen die U23 von 1899 Hoffenheim - musste Klotz aber seinen Platz räumen und für den Ex-Nationalspieler Ronald Borchers, 1980 UEFA-Cup-Sieger mit Eintracht Frankfurt, Platz machen. Der 53-Jährige kam bislang in acht Spielen auf zwölf Zähler - für eine Mannschaft, die im Abstiegskampf steckt, eine mehr als ordentliche Bilanz.

„Wir sind auf einem guten Weg, aber mehr noch nicht", sagt der neue Trainer. Durch einige Umstellungen im taktischen Bereich bog Borchers die Formkurve nach oben. So zog er zum Beispiel den früheren U21-Nationalspieler Marco Stark, vor der Saison vom Zweitligisten FC Erzgebirge Aue gekommen, in die Viererkette zurück. Das Resultat: In sieben Spielen kassierten die Wormser nur noch fünf Gegentore. Rudolf Hübner, der beim 1:5 im August das zwischenzeitliche 1:1 besorgte, beorderte Borchers von der Außenbahn ins Sturmzentrum. Mit insgesamt acht Treffern liegt Hübner in der Regionalliga-Torjägerliste auf Platz vier. „Wir haben jetzt nur noch Endspiele", hatte Borchers kurz nach seinem Amtsantritt an der Alzeyer Straße gesagt. Das rettende Ufer ist bereits in Sicht, aber dennoch werden die Wormser auch in Hoffenheim etwas Zählbares mitnehmen wollen - schließlich soll der Klassenerhalt im dritten Regionalliga-Jahr auch sportlich geschafft werden. Für Spannung ist am Sonntag im Dietmar-Hopp-Stadion also gesorgt.

Ticket-Informationen zum Spiel gibt es hier.

Den Vorbericht zum Spiel gibt es hier.

VfR Wormatia Worms
Tor: Nico Adami (22), Kevin Knödler (34), Christian Steiner (23).
Abwehr: Mario Cuc (26), Andreas Feller (23), Artur Krettek (26), Matthias Lang (27), Niels Magin (29), Sandro Roesner (24), Robin Schittenhelm (19), Marco Stark (29).
Mittelfeld: Nauwid Amiri (19), Christoph Böcher (27), Martin Gollasch (24), Christian Grujičić (22), Marc Heidenmann (20), Tobias Klotz (25), Lucas Oppermann (24), Martin Röser (20), Frank Schröer (26), Kevin Wittke (26).
Angriff: Christian Bolm (27), Rudolf Hübner (24), Sencer Koç (22), Isaac Ojigwe (29), Rico Renner (19), Fabio Silveira (20).
Trainer: Ronald Borchers (53).

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