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16.12.2010

Nächster Gegner: Wolfsburg tritt auf der Stelle

Diego, Dzeko, Grafite – klangvolle Namen, großes Potenzial, aber momentan gefangen im Niemandsland der Bundesliga. Die Ansprüche des VfL Wolfsburg liegen – gemessen am Meistertitel 2009 - weitaus höher als aktuell Platz 14. Und das zwischenzeitliche Saisonziel von 25 Punkten kann auch nicht mehr erreicht werden.

Jüngste Beispiele sind die torlosen Remis gegen Werder Bremen und nur eine Woche später beim 1. FC Kaiserslautern. Trauriger Höhepunkt dabei waren zwei verschossene Elfmeter innerhalb von zwei Minuten gegen Bremen. Erst scheiterte Torsten Frings auf Seiten der Bremer vom Elfmeterpunkt, dann ballerte Edin Dzeko das Leder aus elf Metern in den Wolfsburger Abendhimmel. Einziger Lichtblick war Diego, der zumindest in der ersten Halbzeit sein Können unter Beweis stellte und die europäischen Ambitionen des VfL andeutete. Der Brasilianer hat die missliche Lage erkannt: „Wir befinden uns in einer schwierigen Situation. Wir haben im Prinzip in den letzten Wochen nicht schlecht gespielt, aber natürlich müssen wir ganz dringend wieder gewinnen."

In Wolfsburg müssen sich die Fans momentan an den kleinen Dingen des Fußballs erfreuen: feine Tricks von Diego oder Ansätze eines erfolgreichen Angriffs von Dzeko. Mehr scheint momentan nicht drin zu sein, die Ergebnisse spiegeln dies wider. Mit sechs Niederlagen, sechs Unentschieden und erst vier Siegen ist die Bilanz der „Wölfe" weit weg von dem, was der Verein sich zu Beginn der Saison vorgestellt hatte. 25 Punkte waren das Minimalziel nach der Hinrunde.

Ein Hauptgrund für die Misere der Wolfsburger liegt in der nicht vorhandenen Konstanz. Gegen Mainz und Leverkusen hatte man einen Sieg schon so gut wie in der Tasche, aber dann gab der Meister der Saison 2008/09 die drei Punkte doch noch aus der Hand. Fast unverständlich bei einer Zwei- oder sogar, wie gegen Mainz, Drei-Tore-Führung. Für die Gegenwart heißt es beim VfL kleinere Brötchen backen. Trainer Steve McClaren formuliert es daher treffend: „Warum setzen wir uns nicht zum Ziel, nur das nächste Spiel zu gewinnen? Jedes gottverdammte Spiel. Egal, gegen wen."

Häufig wird Wolfsburg auf nur zwei Spieler reduziert: Dzeko und Diego. Dzeko, der perfekte Angreifer, vielleicht sogar der beste der Bundesliga. Schnell im Denken und Handeln, eiskalt vor dem Tor, das Gespür für die Lücke in der Abwehr und elegant im Umgang mit dem Ball - all das sind Fähigkeiten, die den Bosnier so wertvoll machen. Trotz seiner neun erzielten Tore macht sich eine gewisse Unzufriedenheit breit. Und das Zusammenspiel mit Grafite und Diego passt auch noch nicht.

Der Erfolg soll aber nicht an Einzelnen festgemacht werden. Fixpunkte gibt es in der Autostadt nicht, stellt Coach McClaren in einem Interview mit „11 Freunde" klar: „In meinem Team gibt es keine einzelnen Fixpunkte. Du gewinnst rein gar nichts, wenn du einen Haufen Superstars auf den Rasen stellst."

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