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FRAUEN
22.10.2021

Chantal Hagel: „Können aus solchen Spielen viel lernen“

Vor gut fünf Jahren spielte Chantal Hagel noch mit dem SC Freiburg II in der Regionalliga, nun absolvierte die 23-Jährige ihre ersten Spiele in der Gruppenphase der UEFA Women’s Champions League. Im Interview spricht die zentrale Mittelfeldspielerin über die Erlebnisse der vergangenen Wochen, die Länderspielpause und die Tabellensituation in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga.

Hallo Chanti, nach zwei anstrengenden Wochen mit insgesamt fünf Spielen ist nun eine kurze Verschnaufpause angesagt. Freust du dich auf das spielfreie Wochenende?

„Es ist natürlich schon immer schön, ein paar Tage mit der Familie verbringen zu können und abzuschalten. Wir genießen auch das Training in der kleinen Gruppe, wenn die Nationalspielerinnen unterwegs sind. Wir können an anderen Dingen arbeiten, für die in der normalen Spielvorbereitung mit vielen taktischen Inhalten sonst kaum Zeit ist. Die vergangenen Wochen waren definitiv intensiv, aber das war ja auch etwas, worauf wir lange hingearbeitet und hingefiebert haben.“

Der Start in die Gruppenphase der Champions League gegen Køge und Arsenal sowie die drei Top-Spiele in der Liga gegen Frankfurt, München und Wolfsburg. Welches der Duelle wird dir besonders in Erinnerung bleiben?

„Das erste Gruppenspiel in der Champions League zuhause gegen Køge war mit diesem Ergebnis und der Leistung, die wir gezeigt haben, schon etwas ganz Besonderes. Dann kommt noch hinzu, dass man weiß, dass es ein paar Tage später mit dem FC Bayern München weitergeht. Am Campus lief es für uns nicht so gut, aber wieder mussten wir das schnell abhaken und uns auf das Spiel in London fokussieren. Die Partie gegen Arsenal war schon auch eine tolle Erfahrung, gerade mit den Fans. Zum Abschluss haben wir dann erstmals gegen Wolfsburg drei Punkte geholt, das wird mir sicher auch in Erinnerung bleiben. Insgesamt würde ich schon sagen, dass es erfolgreiche zwei Wochen waren, auch wenn die Leistungen gegen München und Arsenal nicht unsere besten waren. Wir können aus solchen Spielen aber sehr viel lernen und es ist eigentlich verrückt, dass wir mittlerweile so weit sind, sogar gegen solche Teams den Anspruch zu haben, besser abzuliefern.“

Du standest gegen Køge und Arsenal in der Startformation, ging für dich damit auch ein Kindheitstraum in Erfüllung?

„Das ist schwer zu sagen. Klar sind das Erlebnisse, von denen man nur träumen kann. Aber mir fällt es schwer das zu realisieren. Selbst als wir in der Qualifikation gespielt haben, war die Champions League für mich noch ganz weit weg. Ich hatte auch nie dieses große Ziel, mal Königsklasse zu spielen, das kam alles nach und nach.“

Am 6. Spieltag hat nicht nur der VfL Wolfsburg in Hoffenheim verloren, sondern es kassierte auch der FC Bayern München seine erste Saisonniederlage. Die Teams auf den oberen Tabellenplätzen sind eng zusammengerückt, was ist in dieser Spielzeit möglich?

„Es ist noch alles offen, gerade weil man auch immer darauf schauen muss, welche Begegnungen allein in der Hinrunde noch anstehen. Ich muss zugeben, dass ich Leverkusen überraschend konstant finde. Dass Bayern in dieser Saison noch Punkte liegenlässt, das hatte ich schon irgendwie erwartet. Es kommt nun vor allem auf die direkten Duelle an, wie bei uns gegen Leverkusen. Zudem muss man auch in allen anderen Spielen seine Leistung abrufen.“

Was macht eure Mannschaft in dieser Saison aus?

„Es hat sich schon ganz früh abgezeichnet, dass wir nicht nur sportlich durch unsere Neuzugänge Qualität dazubekommen haben, sondern dass es auch charakterlich richtig gut passt. In der Mannschaft herrschte von Anfang an ein richtig gutes Klima. Dadurch dass wir viele Spiele haben, kommen auch alle zu Einsatzzeiten, das ist auch ein wichtiger Punkt. Ich hatte aber auch nie Bedenken, dass wir an die Leistungen der vergangenen Jahre anknüpfen können, denn ein Großteil der eingespielten Mannschaft ist ja trotz allem zusammengeblieben.“

Bevor es nach der Länderspielpause mit dem Ligabetrieb weitergeht, steht erst noch das Achtelfinale im DFB-Pokal bei Bayer 04 Leverkusen auf dem Programm. Was erwartest du?

„Das ist ein spielerisch starker Gegner, die Begegnungen mit Leverkusen sind meistens richtig gut. Unser Ziel ist auf jeden Fall, ins Viertelfinale einzuziehen. Es gibt in dieser Pokal-Runde bereits richtig gute Duelle wie München gegen Frankfurt oder Freiburg gegen Wolfsburg. Das wird spannend. Wir werden jedenfalls die nächsten beiden Wochen nutzen, um uns, wenn auch in kleiner Gruppe, möglichst gut auf das Spiel in Leverkusen vorzubereiten.“

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