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U23
17.04.2021

Last-Minute-Gegentor kostet Punkte gegen Gießen

Der Sieg war zum Greifen nahe, doch am Ende musste sich die U23 gegen den FC Gießen mit einem 2:2 (2:0) und einem Punkt begnügen. Robin Szarka und Maximilian Beier hatten die Mannschaft von Trainer Kai Herdling gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt in Führung gebracht. Es sollte nicht für den zweiten Heimsieg in Folge reichen.

Das Personal

Drei Wechsel in der Startformation nahm „Hoffe zwo“-Cheftrainer Kai Herdling gegenüber dem 1:4 beim SSV Ulm vor. Im Tor begann Daniel Klein anstelle von Luca Philipp, der diesmal nicht aus dem Profikader zur U23 gestoßen war. Dafür wurde Melayro Bogarde abgestellt, der am Vorabend noch beim Bundesligaspiel der Profis in Leipzig auf der Bank gesessen hatte. Er rückte ebenso in die erste Elf wie Toptorjäger Chinedu Ekene. Für sie blieben Jihad Boutakhrit und Rui-Jorge Monteiro-Mendes zunächst auf der Bank.  

Taktisch beließ es Herdling bei einem 4-5-1. Die Viererkette vor Torwart Klein blieb somit unverändert und bestand aus Rechtsverteidiger und Kapitän Robin Szarka, den beiden Innenverteidigern Gabriel Haider und Philipp Strompf sowie Linksverteidiger Niklas Kölle. Die Doppelsechs im defensiven Mittelfeld bildeten Bogarde und Fabian Rüth. Davor sollte eine Dreierreihe das Offensivspiel gestalten. Sie bestand aus Alfons Amade auf der rechten, Ekene auf der linken Seite sowie Semih Şahin im Zentrum. Als Sturmspitze sollte Maximilian Beier für Gefahr sorgen.

Der Spielfilm

Die Bedeutung der Partie war beiden Teams zu Beginn anzumerken. Weder die TSG noch der FCG wollte allzu viel riskieren. Etwas mutiger agierte „Hoffe zwo“, ohne in der ersten Viertelstunde die ganz große Torgefahr auszustrahlen. Erst ab der 24. Minute nahm die Partie Fahrt auf: Ein starker öffnender Pass von Rüth auf Kölle brachte den Linksverteidiger unaufhaltbar ins Rollen. Kurz vor dem Sechzehner steckte Kölle auf Ekene durch, der jedoch freistehend an Gießens Torhüter Frederic Löhe scheiterte.

Sechs Minuten später ging es wieder über Kölle nach vorne. Diesmal war Beier der Adressat des Steckpasses. Mit einem Haken legte sich der 18-Jährige die Kugel zurecht, doch im letzten Moment wurde Beiers Schuss geblockt. Direkt im Anschluss dann die erste halbwegs gefährliche Torannäherung der Gäste, doch Johannes Hofmanns 25-Meter-Schuss ging dann doch recht klar drüber. So ein bisschen war den Mittelhessen anzumerken, dass sie in den zehn Partien der Rückrunde erst acht Treffer erzielt hatten.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit dann die beste Phase der Herdling-Elf und in der 36. Minute der Lohn: Nachdem eine Szarka-Ecke von der linken Seite noch abgewehrt wurde, kam der TSG-Kapitän erneut an den Ball, den er sich ans Strafraumeck vorlegte und herrlich in den rechten Winkel schlenzte. Traumtor! Nur acht Minuten später der nächste Treffer. Nach Balleroberung von Rüth scheiterte Ekene zunächst aus 16 Metern an Löhe und dem Pfosten, doch die TSG blieb dran und der Ball kam erneut ins Zentrum zu Beier, der mithilfe der Unterkante der Latte aus kurzer Distanz auf 2:0 stellte.

Mit breiter Brust gingen die Herdling-Schützlinge in die Kabine, doch sie trafen in den zweiten 45 Minuten auf eine andere Gießener Mannschaft. Die Körpersprache und das Offensivspiel der Gäste waren deutlich verbessert und schon fünf Minuten nach Wiederanpfiff belohnte sich die Elf von Trainer Daniyel Cimen, als Ex-Zweitligaprofi Ali Ibrahimaj den Ball links im Strafraum erhielt, einmal wackelte und ihn hart und flach ins rechte Eck schoss.

Der Anschlusstreffer gab den Gießenern nun noch mehr Auftrieb, doch die TSG bekam auch Platz zum Kontern. In der 54. Minute leitete Beier dynamisch ein, nahm Şahin im Zentrum mit, der wiederum für Amade durchsteckte. Doch dessen Schuss parierte Löhe im Gießener Tor stark. Auf der Gegenseite war Klein nach einer Ecke bei einem Kopfball von Gießens Routinier Michael Fink aus sieben Meter zur Stelle (60.).

In der Folge stand vor allem Schiedsrichter Arianit Besiri im Mittelpunkt, denn viele Fouls und Gelbe Karten prägten das Geschehen. Doch die Schlussoffensive der Gäste hatte es noch mal in sich. In der 87. Minute parierte Klein im TSG-Tor noch einen Schuss von Ibrahimaj aus 16 Metern, doch in der Schlussminute war auch der „Hoffe zwo“-Keeper machtlos. Eine Flanke von Nikola Trkulja von der rechten Seite nahm der starke Innenverteidiger Marco Boras am ersten Pfosten noch an, ehe er trocken ins Tor und mitten ins Hoffenheimer Herz traf.

Die Trainerstimme

"Wir haben eine ordentliche erste Halbzeit gespielt und verdient 2:0 geführt. Bis auf die Anfangsphase haben wir es auch in der zweiten Halbzeit ganz gut gemacht, aber natürlich müssen wir das Spiel einfach zumachen nach dem 2:1. Da haben wir wieder einiges liegengelassen", sagte Kai Herdling nach der nervenaufreibenden Partie. Auch wenn der Sprung aus der Abstiegszone durch das Last-Minute-Gegentor verpasst wurde, behält der "Hoffe zwo"-Chefcoach weiterhin die Ruhe. "Es würde uns guttun, wenn wir mal wieder ein enges Spiel ziehen. Aber wir haben noch zehn Spieltage und immer noch Kontakt zu den Plätzen vor uns."

Die Szene

Die hektische Schlussphase mit dem Lucky Punch der Gäste hätten sich die Herdling-Schützlinge sparen können, wenn sie eine der vielen Kontergelegenheiten sauberer ausgespielt hätten. Der Platz war immer wieder da, doch so richtig gefährlich wurde es zu selten. In der 54. Minute hätte die Partie aber in eine andere Richtung gehen können. Diesmal war der Konter über Maximilian Beier und Semih Şahin stark ausgespielt worden, doch Alfons Amade blieb mit seinem Abschluss frei vorm Torwart an eben jenem hängen. Es wäre das 3:1 und die schnelle Antwort auf den Gießener Anschlusstreffer gewesen.  

Die Tabelle

Big Point für Spitzenreiter SC Freiburg II: Während die Breisgauer ihr Heimspiel gegen den FK Pirmasens mit 1:0 gewannen, ließ der einzige Verfolger Kickers Offenbach beim 1:1 gegen den VfB Stuttgart II Punkte liegen. Der Vorsprung der Freiburger beträgt dadurch nun schon satte acht Punkte.

Im Kampf um den Klassenerhalt war der TSV Schott Mainz der große Gewinner. Oder besser gesagt: der einzige Gewinner. Mit einem 4:1-Erfolg bei der SG Sonnenhof Großaspach sicherten sich die Mainzer drei Punkte, während alle Konkurrenten maximal Unentschieden spielten. Die TSG verbessert sich durch den Punktgewinn zwar auf Rang 17, verpasst aber den Sprung aus der Abstiegszone.

Das Stenogramm

TSG 1899 Hoffenheim II – FC Gießen 2:2 (2:0)
Hoffenheim: Klein – Szarka, Haider, Strompf, Kölle (62. Görlich) – Bogarde (46. E. Lässig), Rüth (79. Erb) – Amade, Şahin, Ekene (69. Monteiro-Mendes) – Beier (69. Boutakhrit).
Gießen: Löhe – Weiß (58. Mohr), Boras, Starostzak, Takehara – Trkulja, Fink, Hofmann – Ibrahimaj, Salem (79. Erkilinc), Korzuschek (62. Arcalean).
Tore: 1:0 Szarka (36.), 2:0 Beier (44.), 2:1 Ibrahimaj (50.), 2:2 Boras (90.). Zuschauer: nicht zugelassen. Schiedsrichter: Arianit Besiri (Trier). Karten: Gelb für Bogarde, Rüth, Görlich, Klein / Salem, Trkulja, Boras, Hofmann, Ibrahimaj.

Daten & Fakten zum Spiel »

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