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FRAUEN
21.01.2021

Martina Tufekovic: „Mich hält nichts mehr zurück“

Hinter Torhüterin Martina Tufekovic liegt ein schwieriges Jahr mit zwei schweren Verletzungen. Seit Dezember ist sie zurück im Mannschaftstraining und kämpft sich mit viel Ehrgeiz an ihre Top-Form heran. Im Interview spricht die 26-Jährige über ihre Verletzungsmisere, ihre ersten Spielminuten nach langer Pause und die Vorbereitung auf die Rest-Saison in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga.

Hallo Martina, im Testspiel gegen den SC Sand hast du erstmals nach über einjähriger Verletzungspause wieder Spielzeit gesammelt. Wie hast du dich gefühlt?

„Ich war davor tatsächlich sehr aufgeregt. Im Spiel habe ich mich aber schnell eingefunden. Mit einigen Dingen war ich nicht zufrieden, aber nach der langen Pause ist das ja völlig in Ordnung. Mir fehlt einfach die Spielpraxis und auch in anderen Bereichen habe ich sicherlich noch das ein oder andere Defizit. Aber ich arbeite in jeder Trainingseinheit daran, mich zu verbessern. Und wichtig ist, dass ich mich bereit fühle und nicht verunsichert bin. Als ich ins Mannschafstraining eingestiegen bin, war das noch anders. Aber seit Anfang Dezember habe ich nun schon sehr viel mit der Mannschaft und auch individuell trainiert, das habe ich gebraucht.  Jetzt hält mich nichts mehr zurück.“

Im November 2019 hat dich eine Knieverletzung ausgebremst, im April 2020 hast du dich kurz nach deinem Wiedereinstieg ins Training schwer an der Schulter verletzt. Was hat diese Verletzungsmisere mit dir gemacht?

„Eigentlich hat Anfang November alles mit einem Infekt angefangen, der mich total aus der Bahn geworfen hat und danach fingen die Knieprobleme an. Ich war mental aber schon immer sehr stark, deshalb war mir klar, dass ich mich zurückkämpfen würde. Bei der Schulterverletzung war das anders. Die Situation war unglaublich schwierig für mich, weil ich Zweifel hatte, ob ich überhaupt nochmal richtig angreifen kann. Es hat lange gedauert, bis ich wieder neuen Mut gefasst hatte. Am Ende habe ich aber einmal mehr bewiesen, dass ich nicht aufgebe.“

„Gesund und verletzungsfrei bleiben“ stand sicher ganz oben auf deiner Wunschliste für 2021?

„Auf jeden Fall! Ich habe durch meine Verletzungen sehr viel über meinen Körper gelernt und investiere jetzt noch mehr in die Prävention. Dazu gehört zum Beispiel die Ernährung und viele andere kleine Bausteine, die man vielleicht unterschätzt und die zur guten Regeneration beitragen. Da kann man viel rausholen. Damit will ich mir ermöglichen, wieder an meine Leistungen aus der Zeit vor meinen Verletzungen anzuknüpfen. Außerdem möchte ich mir in diesem Jahr auch beruflich neue Perspektiven schaffen.“

Deinen Vertrag hast du kurz vor dem Jahreswechsel um zwei weitere Jahre verlängert. Wie wichtig war es für dich Gewissheit zu haben, wie es weitergeht?

„Während meiner Verletzungszeit habe ich mich gar nicht so sehr damit beschäftigt, sondern war auf meine Genesung konzentriert. Die Entscheidung stand für mich danach aber schnell fest. Ich bekomme hier großes Vertrauen entgegengebracht und weiß zu schätzen, was ich hier habe. Ich habe unglaublich Lust, weiter mit dieser Mannschaft zu arbeiten, denn es ist noch viel Potenzial vorhanden.“

In gut zwei Wochen steht das erste Pflichtspiel des Jahres an. Wie läuft die Vorbereitung auf die Rest-Saison?

„Die Mannschaft wirkt sehr, sehr fit – körperlich und mental. Im Winter ist es immer ein bisschen schwieriger als im Sommer, das liegt vor allem an den Witterungsbedingungen. Aber es sind alle motiviert, die Stimmung ist gut und wir schätzen sehr, dass wir überhaupt auf dem Platz stehen dürfen. Der Eindruck ist also sehr gut und wir können zufrieden sein.“

Mit welchen Zielen geht es in die verbleibenden zehn Spieltage in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga?

„Wir wollen in die Champions League, das ist das Ziel der Mannschaft und auch mein persönliches. Wichtig ist, dass wir noch mehr aus uns herausholen und jedes Spiel mit dem absoluten Siegeswillen angehen.“

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