Alle Ergebnisse TSG-FAN eCup
U23
24.03.2020

Corona-Chronicles: Chuma versüßt Ekene die Pause

Der Fußball steht still, doch das Training muss weitergehen – nicht als Mannschaft, aber individuell. Achtzehn99.de wirft nach und nach einen Blick auf jedes einzelne Akademie-Team und spricht mit einem Spieler, Trainer oder Betreuer darüber, wie es ihm und den Mannschaftskameraden oder dem Trainerteam in dieser außergewöhnlichen Zeit ergeht. Den Anfang macht U23-Spieler Chinedu Ekene, für den diese Wochen gleich in mehrfacher Hinsicht eine besondere Zeit sind.

Als die Welt für die Menschen in Deutschland zumindest vorübergehend eine andere wurde, war sie es für Chinedu Ekene bereits. Denn kurze Zeit, bevor die weitreichenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen wurden, hielt der Angreifer der U23 zum ersten Mal seinen Sohn Chuma in den Armen. „Das war ein unbeschreibliches Gefühl – ein überwältigender Mix aus Freude, Stolz und Erleichterung“, erinnert sich Ekene.

Die Entwicklungen außerhalb der eigenen vier Wände sind seitdem für den 20-Jährigen nur noch schwer zu begreifen: „Ich fühl‘ mich manchmal wie im falschen Film, wenn ich die leeren Straßen und Supermarktregale sehe“, sagt der Angreifer, der seit etwas mehr als anderthalb Jahren für die TSG spielt und in dieser Saison in 21 von 22 Saisonspielen für „Hoffe zwo“ zum Einsatz kam.

„Leben hat sich um 180 Grad gedreht“

Trotz aller Beschränkungen und eventueller Ängste hat die Krise für Ekene und seine Frau Veronique auch etwas Gutes: „Dass wir jetzt so viel Zeit als Familie genießen können, ist natürlich das Positive an dem Ganzen“, sagt der frischgebackene Vater. Auf die neuen Anforderungen als Mitversorger eines Neugeborenen muss er sich erst noch einstellen. „Unser Leben hat sich um 180 Grad gedreht, aber wir wachsen da nach und nach rein und lernen den Kleinen immer besser kennen. Man muss eben strukturierter leben und lernen, alles zu managen. Einfach so in den Tag hineinzuleben, geht halt nicht mehr.“ Immerhin die Nächte verlaufen für Ekene halbwegs erholsam. „Ich schlafe zwar nicht immer durch, aber meine Frau nimmt mir nachts viel ab, weil sie ja weiß, dass ich für meinen Job fit sein muss.“

Neben seinen Aufgaben als Vater muss sich Ekene als Leistungssportler eben auch um seinen Fitnesszustand kümmern. Jeden Morgen erhalten die U23-Spieler von Athletiktrainer Markus Zidek ihren Trainingsplan für den jeweiligen Tag. Darin enthalten sind neben Laufeinheiten auch Übungen für das Kraft- oder Neurotraining. „Und von der Medienabteilung gibt es dann zwischendurch auch mal ein kleines Fußball-Quiz für den Kopf“, berichtet Ekene.

Freunde und Familie fehlen

Der gewohnte Tagesablauf hat sich für den gebürtigen Wuppertaler durch das Baby und die Corona-Krise gleich in doppelter Hinsicht geändert: „Ich stehe jetzt natürlich viel früher auf als vor Chumas Geburt. Morgens kümmere ich mich erst mal um die Wäsche und mache Frühstück. Danach gehe ich meistens einkaufen und dann mache ich noch vormittags mein Trainingsprogramm. Nach dem Mittagessen gehen wir bei dem schönen Wetter oft mit dem Kleinen ein bisschen spazieren und danach entspannen wir daheim. So gehen die Tage eigentlich ziemlich schnell vorbei – und mit Kind geht man dann ja doch auch recht früh ins Bett.“

Am meisten fehlt Ekene in der Corona-Zeit der enge Kontakt zu seinen Freunden und seiner Familie. Die Eltern und sein Bruder Achunike, der bei Bayer Leverkusen in der U19 spielt, wären in diesen Tagen nach Zuzenhausen in die Wohnung der jungen Familie gekommen. Doch das ist jetzt ebenso wenig möglich wie der Besuch von Ekenes Großeltern, die ihren Urenkel kennenlernen wollten, aber angesichts der Ansteckungsgefahr absagen mussten.

Zeit für frühere Teamkollegen

Auch das Fußballspielen vermisst der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler sehr. Mit Mitspielern wie Moody Chana oder Kennet Hanner López tauscht sich Ekene zwar regelmäßig aus, doch das gemeinsame Trainieren auf dem Platz und das Flachsen in der Kabine ersetzt das nicht. Dennoch versucht Ekene auch hier dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. „Ich habe jetzt wieder viel mit ehemaligen Teamkollegen geschrieben, für die ich im normalen Trainingsbetrieb nicht so viel Zeit hatte.“

Allzu große Sorgen macht sich der 20-Jährige noch nicht. „Ich sehe es momentan einigermaßen entspannt und hoffe einfach, dass sich das bald regeln wird. Am Ende kommt alles so, wie es kommen soll.“ Mit seinem kleinen Sohn dürfte es Ekene daheim zumindest nicht langweilig werden.

Jetzt Downloaden!
Seite Drucken nach oben