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SPIELFELD
02.05.2019

Von Mensch zu Mensch

Marliese Mateja (71) sammelt seit vielen Jahren alles über den Klub, hat in ihrer Wohnung ein kleines Museum eingerichtet. Ihr Herzenswunsch: Einmal Dietmar Hopp begrüßen zu können. Der SAP-Gründer und Stifter ließ sich nicht lange bitten. Es wurde ein angeregtes Gespräch zwischen Edel-Fan und Gesellschafter, aber vor allem von Mensch zu Mensch.

Am Ende siegte die Emotion. Die Ergriffenheit war nicht mehr zu kontrollieren, Wasser trat in die Augen von Marliese Mateja. Tränen rannen über die Wangen der 71-Jährigen, ehe sie leise aussprach, was ihre Augen längst verrieten: „Dies ist ein unfassbar schöner Tag für mich. Es ist so unglaublich, dass es wirklich geklappt hat.“ Für Marliese Mateja war ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen – Dietmar Hopp hatte sie zu Hause besucht. Für den leidenschaftlichen TSG-Fan war dies ein echter Herzenswunsch. Als SPIELFELD die umtriebige gelernte Friseurin im Februar 2018 für ein Porträt zum Gespräch traf, legte Mateja unumwunden ihre Reihenfolge fest: „Der Herr Hopp kommt für mich direkt nach dem Herrgott.“

Und nun, ein Jahr später, saß ihre irdische Nummer 1 ganz entspannt bei Nusskuchen und Buttercremetorte in ihrer Drei-Zimmer-Wohnung unweit des Rathauses in Sinsheim. Vor der Partie der TSG gegen Hertha BSC (2:0) kam der TSG-Gesellschafter in Begleitung des Sinsheimer Oberbürgermeisters Jörg Albrecht samt dessen Gattin Christiane zu Besuch. Und Mateja hatte reichlich Kuchen gebacken, den Tisch fein gedeckt mit dem Sonntagsgeschirr, um die prominenten Gäste bewirten zu können. Dietmar Hopp aber interessierte sich zunächst vor allem für die zahlreichen TSG-Schätze der Sammlerin. Denn die Dame des Hauses, das macht ihre Geschichte wohl so besonders, beherbergt ein kleines Klub-Museum; ein ganzer Raum atmet blau-weiß. Zwölf Quadratmeter erzählen ein ganzes Vereinsleben. Die Fenster verhüllt mit Schals – und alle Zeitungsartikel über die TSG aus Rhein-Neckar-Zeitung und BILD seit 2004, fein säuberlich abgelegt, chronologisch sortiert, in Klarsichthüllen, in Ordnern. Marliese Mateja ist die Schnipseljägerin.

„Das hier ist ein Fall für das Guinness-Buch“, staunt Dietmar Hopp und ließ sich von der Dauerkarteninhaberin seit 2008 („Block K, Reihe 24 – da kennen mich ja alle“) alle Ordner zeigen – auch jenen gesonderten mit „Dietmar Hopp“ als Aufschrift. „Da bewahre ich die Zeitungsausschnitte über ihre guten Taten drin auf“, sagt das langjährige Mitglied. Denn dass der TSG-Gesellschafter so eine Bedeutung hat für das Leben von Marliese Mateja, liegt neben seinem Engagement für die TSG Hoffenheim auch an seinem Einsatz für die Medizin. „Auch ich wurde schon mit Geräten behandelt, die der Herr Hopp gestiftet hat“, erzählt Mateja.

„Frau Mateja ist wirklich ein unglaublich rühriger Mensch. Man spürt, wie sehr sie mit dem Herzen dabei ist“, sagt der Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht, der nicht das erste Mal vor einer Torte von Frau Mateja sitzt. Erstmals aber sitzt Dietmar Hopp dabei neben ihm – ins Gespräch vertieft mit der Mutter zweier erwachsener Söhne. Knapp eine Stunde dauert der Besuch. Dietmar Hopp und die Gastgeberin sprechen über die TSG, aber ebenso auch über Alltagssorgen und gemeinsame Bekannte. Es ist ein entspannter Plausch, ohne Beklommenheit, ohne unnötige Distanz, ohne Attitüde – von Mensch und Mensch. „Das ist außergewöhnlich“, sagt Marliese Mateja über den Besuch ihres prominenten Gastes. Dietmar Hopp hat auch eine Meinung dazu: „Für mich ist es das Normalste auf der Welt.“

 

Bereits im März 2018 erschien ein Text über Marliese Mateja. Den Artikel gibt es hier

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