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CAMPUS
20.06.2015

Jens Rasiejewski: Rückblick auf vier tolle Jahre

Vier Jahre zeichnete Jens Rasiejewski für die U17 verantwortlich, mit der er dieses Jahr die Vizemeisterschaft in der Bundesliga Süd/Südwest erreichte und nur knapp den Einzug ins DM-Halbfinale verpasste. In der neuen Saison wird der 40-Jährige Sportlicher Leiter im Nachwuchsbereich des VfL Bochum.

Herr Rasiejewski, vier Jahre und 104 Spiele – so lange wie kein anderer Bundesliga-Trainer in der achtzehn99 AKADEMIE – haben Sie bei der TSG 1899 Hoffenheim gearbeitet. Nun der Wechsel nach Bochum, fällt Ihnen der Abschied schwer?

Zunächst einmal empfinde ich große Dankbarkeit, dass ich hier arbeiten durfte. Es war ja meine erste Station als Cheftrainer und ich bin sehr froh, dass mir damals seitens der Verantwortlichen das Vertrauen geschenkt wurde. Wir hatten eine tolle Zeit und ich blicke gerne zurück. 

Warum der Wechsel?

Nach dem Karriereende als Profispieler habe ich mich für Sportmanagement interessiert und am IST-Studieninstitut in Düsseldorf studiert. Im Anschluss durfte ich als Assistent an der Seite von Christian Hochstätter für Hannover 96 arbeiten. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber ich habe auch gemerkt, dass mir der Praxisbezug und der Rasen fehlten. Ich habe mich daher für eine zweite Ausbildungsphase entschieden und 2010 die Fußballlehrer-Lizenz erworben, um schließlich als U17-Trainer bei der TSG das Gelernte anzuwenden. Ich sehe heute den optimalen Zeitpunkt gekommen, die beiden Bereiche miteinander zu verbinden. Die neue Aufgabe in Bochum ist daher genau mein Ding: Eine Kombination aus Trainer und Konzeptentwickler, eine Schnittstelle, die, wie ich finde, als Verbindungsglied in der Vereinsarbeit sehr wichtig ist.

Sie waren einst selbst Profi und haben mehrere Bundesliga-Spiele für Hannover 96, Eintracht Frankfurt und den FC St. Pauli bestritten. Wie hat sich der Jugendfußball seit dieser Zeit verändert?

Das kann man gar nicht miteinander vergleichen! Es ist wie aus einer anderen Zeit. Was damals reiner Amateursport war, ist heute im Jugendfußball professionelles Unternehmertum mit Bezug zur Wissenschaft und Bedingungen, die ich selbst erst am Ende meiner Laufbahn als Spieler erfahren durfte. Zu meiner Zeit gab es den ganz normalen Verein im klassischen Sinn, heute ist es ein zertifizierter Ausbildungsbetrieb.

Vom 5. November 2011 bis zum 22. Februar 2014 blieben Ihre Mannschaften in 27 Heimspielen ohne Niederlage. Eine stolze Bilanz…

Ja, aber nicht mehr als eine nette Zahlenspielerei. Wichtiger ist, wieviele Talente wir in dieser Zeit entwickelt haben, und da waren mit Nadiem Amiri, Nicolai Rapp oder Davie Selke einige dabei. Ich denke, wir haben in unserer Ausbildungslinie schon einiges richtig gemacht, sonst hätte die U19 in den vergangenen beiden Spielzeiten nicht diese Erfolgsstabilität an den Tag legen können. 

Was hat die Jungs ausgezeichnet?

Dass sie Rückschläge schnell wegstecken konnten, immer spielaktiv waren und bewusst an ihre Grenzen gegangen sind. Ich finde, die fußballerische Qualität der Spieler in der Akademie hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt. Das ist das Ergebnis der tollen Arbeit, die nicht nur im NLZ, sondern auch in den Jahrgängen zuvor im Förderzentrum bei uns geleistet worden ist.

Die Platzierungen Ihrer Teams liest sich wie folgt: Acht, fünf, vier, zwei. Ein klarer Trend nach oben…

Das ist das, was unterm Strich hängen bleibt. Aber nochmal: Auch wenn wir natürlich dieses Jahr lange an Platz eins schnuppern durften und gerne Meister geworden wären, sind es nicht die Titel, die zählen, sondern dafür zu sorgen, dass die Jungs das Rüstzeug für die Profis bekommen. 

Zur Winterpause stand Ihr Team noch auf Platz eins, am Ende steht Ihre Mannschaft der zweite Rang, der leider nicht zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft berechtigt hat. Sind Sie trotzdem zufrieden?

Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass wir nicht lieber Erster geworden wären. Trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft, weil die Jungs für ihr Alter eine außergewöhnliche Leistungskonstanz bewiesen haben. Das zeigt zum Beispiel die Tatsache, dass wir 18 Spiele lang ungeschlagen waren. Ich glaube, dass die Eigenschaft, „es immer wieder zu wollen“, eine ganz entscheidende Fähigkeit ist, um den Durchbruch als Profispieler zu schaffen.

Welcher „Hoffe-Moment“ bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?

In den vier Jahren gibt es viele Momente, an die ich mich gerne und auch oft erinnere, wie zum Beispiel unser etwas anderes Trainingslager in den Bergen im Allgäu. Pioniererfahrungen prägen sich bekanntlich besonders gut ein. Das erste Heimspiel gegen Nürnberg, das wir 4:1 gewonnen haben, ist ein solcher Moment. Auch ist es überragend, dass die U19 in der letzten Saison Deutscher Meister wurde! Mit dem Blick auf die Profis fällt mir als erstes das „Wunder von Dortmund“ ein.

Herr Rasiejewski, die TSG 1899 Hoffenheim wünscht Ihnen für die Zukunft alles Gute!

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