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17.09.2013

Hauruck- statt Hurra-Fußball

Die TSG kann auch anders. Beim 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach liefert 1899 Hoffenheim den Zuschauern zwar kein Spektakel, dafür aber eine über weite Strecken souveräne Abwehrarbeit. Die Elf von Trainer Markus Gisdol ist nach dem ersten Heimsieg der jungen Saison mit acht Punkten und einem siebten Tabellenplatz voll im Soll.

Bereits vor dem Spiel gegen Lieblingsgegner Gladbach dürfte es den meisten aufmerksamen Beobachtern gedämmert haben: Nach den spektakulären Auftritten der Kraichgauer in den letzten Partien, die zwar zu zwölf Torerfolgen in nur vier Spielen führten, aber auch die 2:6-Pleite beim VfB Stuttgart beinhalteten, stand gegen die Elf vom Niederrhein eine geordnete Abwehrarbeit ganz oben auf der Tagesordnung. Dazu gehört: Etwas tiefer stehen, später attackieren und den Gegner kommen lassen.

Zwar spielten sich die Hoffenheimer bereits nach fünf Minuten mit dem Pfosten-Schuss von Kevin Volland die erste Großchance heraus, es entwickelte sich aber dennoch eine verhaltene erste Hälfte mit wenig Strafraumsituation auf beiden Seiten und geringerem Tempo. Auch das keine Überraschung: seit der Amtsübernahme von Trainer Lucien Favre vor dreieinhalb Jahren stehen die Fohlen traditionell tief und sind mit einer starken Defensive und gefährlichem Konterfußball erfolgreich.

Starke Stürmer

Die TSG blieb dicht gestaffelt. Jeder Spieler ordnete sich der kollektiven Defensivarbeit unter. Im Spiel nach vorne setzte die Mannschaft immer wieder nadelstichartige Angriffe, meist über Anthony Modeste, der mit seinen 1,86 Meter den Ball behaupten und sich gleichzeitig dank seiner Technik ein ums andere Mal in aussichtsreiche Position bringen konnte. Seine Torjägerqualitäten bewies der 25-jährige Franzose mit dem Pausenpfiff. Nach einer Flanke von Tarik Elyounoussi besorgte Modeste (45.) das 1:0. Für den Sommer-Neuzugang war es der erste Saisontreffer mit dem Kopf, bereits der vierte in der Bundesliga und insgesamt der sechste für die TSG.

Neben Modeste beweist mit Volland ein weiterer TSG-Stürmer in den letzten Wochen Topform und Treffsicherheit. Gerade als sich die Gladbacher Angriffsversuche ihrem Ziel zu nähern schienen und Torwart Koen Casteels per Glanzparade gegen Rafael klärte, verwandelte Volland (54.) zum 2:0. Der neue Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft entwischte mit perfektem Timing in den Rücken der Abwehr, ließ nach Zuspiel von Modeste seine feine Technik aufblitzen, narrte die Gladbacher Hintermannschaft und zirkelte aus spitzem Winkel den Ball gefühlvoll ins lange Eck. Sein vierter Treffer im vierten Ligaspiel.

Schritt in die richtige Richtung

So ganz wollte man sich bei der TSG wohl dann doch nicht vom Spektakel verabschieden. Das stellte sogar das Gegentor zum 1:2 von Branimir Hrogta (75.) unter Beweis. Der 20 Jahre alte Schwede schloss ein sehenswertes Solo mit einem Schlenzer an den Innenpfosten ab. Sein Anschlusstreffer leitete eine hektische Schlussphase ein.

Aber nachdem das Team in den Heimspielen gegen Nürnberg und Freiburg aussichtsreiche Führungen noch verspielt hatte, ließ es sich dieses Mal nicht aus der Ruhe bringen und konnte so gemeinsam mit den Fans den ersten Dreier in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena einfahren. Platz sieben in der Tabelle ist die Belohnung und der Beweis, dass die TSG einen Schritt in die richtige Richtung gegangen ist. Den nächsten kann sie schon am Samstag gegen den VfL Wolfsburg machen.

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