Page 41 - Spielfeld_Februar_2021
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 SPIELFELD TSG HOFFENHEIM
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  Marco, welche Erinnerungen hast Du an Dein Debüt für die Profis der TSG Hoffenheim?
„Ich habe mich mega gefreut, als klar war, dass
ich spielen werde. Ich habe erst relativ spät davon erfahren. Als ich dann bei der Besprechung meinen Namen auf der Tafel gelesen habe, war mir klar, dass es ernst wird. Ich war dann etwas nervös, aber habe mich dann komplett auf Fußball konzentriert. Auf dem Platz war ich im Tunnel, voll konzentriert, da habe ich keinen Unterschied mehr gespürt. Das Spiel mit den Profis in der Europa League hat sich fast angefühlt wie eins mit der U23 in der Regionalliga. Ich glaube, dass es mir sogar geholfen hat, dass keine Fans im Stadion waren. In Belgrad herrscht ja oft eine hitzige Stimmung. So konnte ich alle Rufe meiner Mitspieler hören. Es war wie im Training und alle haben mich unterstützt.“
Eine Woche später hast Du gegen KAA Gent Deinen ersten Treffer vorbereitet. Torschütze war in Maximilian Beier ebenfalls ein Nachwuchsspieler, den Du schon sehr lange kennst.
„Das war wie in einem Traum. Vor zwei Jahren hätten wir uns das nicht vorstellen können und jetzt ist es einfach passiert. Das war die pure Freude für uns. Wir spielen seit der U17 zusammen und verstehen uns blind. Viel schöner hätte es nicht laufen können.“
Mittlerweile hast Du zudem einige Spiele in der Bundesliga absolviert. War das nochmal eine Steigerung?
„Das war schon etwas anderes. In der Europa League waren wir so gut wie weiter. Dass mir der Trainer aber auch in einer schwierigen Situation in der Bundesliga vertraut, ist unglaublich. Es freut mich und ist eine Bestätigung für die harte Arbeit der vergangenen Jahre. Dennoch muss man selbstkritisch bleiben und weiter hart an sich arbeiten, damit noch einige Spiele dazukommen.“
Du kommst auf der für Dich ungewöhnlichen Position als Linksverteidiger zum Einsatz, obwohl Du sonst im offen- siven Mittelfeld spielst. Wie liegt Dir die Aufgabe und was verändert sich in Deinem Spiel?
„Die Art und Weise zu verteidigen ist eine ganz andere. Als Offensivspieler hat man immer ein paar Spieler hinter sich. Als Linksverteidiger muss man das Risiko abwägen und manchmal vielleicht nicht ins Eins-gegen-Eins gehen. Mich hat die Position auch überrascht, aber vor allem in der Dreier- bzw. Fünferkette macht es total Spaß. Ich habe super Mitspieler, die mir ständig helfen. Das ist ein ganz anderes Niveau als ich es zuvor kannte.“
Du stammst aus der Region und spielst seit 2013 in Hoffenheim. Was bedeutet Dir das Debüt für die TSG? „Das macht mich stolz. Es war immer der Traum von mir, irgendwann einmal für die Profis der TSG zu spielen. Als ich 2013 ins Kinderperspektivteam kam, ging es nur um den Spaß am Spiel, nicht um die Leistung oder den Wettbewerb. Das hat sich erst im Lauf der Jahre entwickelt. Ich habe in der Zeit so viele Menschen kennengelernt und bin einfach froh, dass ich das alles erleben durfte. Jetzt bei den Profis dabei zu sein ist etwas, wovon jedes Kind im Verein träumt.“
  Erfüllung eines Kindheitstraums: Marco John (l.) im Kreis der TSG-Profis
  





















































































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