Page 58 - Spielfeld_Oktober_2016
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                 TRAINER, ERZIEHER, WEGBEGLEITER
Danny Galm gehört seit Saisonbeginn dem Trainerstab der TSG Hoffenheim an. Der 30-Jährige, der einst beim VfB Stuttgart als eines der größten deutschen Stürmer-Talente galt, trainiert die U16. Den Jungen möchte er das Rüstzeug mitgeben, dass sie eines Tages den Sprung in den Bundesliga-Kader schaffen.
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Mit dem Anruf von Dirk Mack bekam das Fuß- baller-Leben von Danny Galm die erhoffte Weiterentwicklung. Dem 30-Jährigen war
klar, dass die Saison 2015/16 die letzte seiner bewegten Lauf bahn als Spieler sein würde. Wie er sich danach in seinem Traumberuf Trainer etablieren könnte, wusste Danny nicht so genau. Doch dann rief der Direktor Nachwuchs der TSG Hoffenheim an. „Ich kenne Dirk Mack ja aus meiner Stuttgarter Zeit. Als er gefragt hat, ob wir uns treffen können, habe ich geantwortet: Jeder- zeit, heute noch?“ Man wurde sich schnell einig. „Ich hatte Riesenlust darauf, bei der TSG einzusteigen“, sagte Danny Galm. Seit Saisonbeginn ist der aus Amorbach stammende und in Mudau im Neckar-Odenwald-Kreis wohnende Ex-Profi nun Trainer der
Hoffenheimer U16-Mannschaft als Nachfolger von Domenico Tedesco, der die U19 übernahm.
„Die Bedingungen an der neuen
Akademie-Arena sind einfach op-
timal. Ich möchte dazu beitragen, dass unsere Jungs sich bestmöglich entwickeln und wir möglichst viele unserer Junioren in unsere Bundesliga-Mannschaft be- kommen“, sagt Galm. Mit seiner Mannschaft, die in der vorigen Spielzeit als U15 Süddeutscher Meister wurde, spielt er in der baden-württembergischen Oberliga um die Spitzenpositionen mit. „Mit der U16 beginnt der Leistungsbereich“, erklärt der Mainfranke, dem Marco Unser und Adem Karaca als Assistenten zur Seite stehen. Bei einem Klub wie der TSG, der nachweislich eine der besten Nachwuchsarbeiten im deutschen Fußball leistet, sind die Teams ab der U16 die Vorstufe zum professi- onellen Fußball. Und davon, wie der funktioniert und was mitzubringen ist, um eines Tages in einem Bun- desliga-Kader anzukommen, kann Danny Galm seinen 22 Schützlingen eine Menge erzählen.
Sami Khedira als guter Kumpel
Zu Sami Khedira, seit 2010 Stammspieler in der National- mannschaft und wichtiges Mitglied des Weltmeisterteams von 2014, hat Danny Galm einen sehr persönlichen
Draht. „Sami ist einer meiner besten Kumpel“, sagt Danny. Man hat sich kennen und schätzen gelernt aus gemeinsamen Zeiten beim VfB Stuttgart. Neben seinen Vereinskollegen Mario Gomez (*1985), den Danny ebenfalls gut kennt, und Khedira (*1987) galt Galm als deutsches Top-Talent dieser Jahrgänge. 2003 lief ein Dokumentarfilm beim Deutschen Sport Fernsehen (heute Sport1), in dem der jungen Stürmer Danny Galm als eines der Talente porträtiert wurde, der bei der WM 2006 dem Kader der deutschen Nationalmannschaft angehören könnte.
„Die Bedingungen in der neuen Akademie-Arena sind einfach optimal.“ DANNY GALM
Schon als Dreijähriger rannte Klein-Danny beim TSV Amorbach dem Ball hinterher, wo sein Vater Jugend- trainer war. Und früh zeigte sich, dass der Junge einen echten Tor- riecher hatte. „Heute ist die TSG die Topadresse für junge Spieler in der Region. Ich wäre wohl nach Hoffenheim gegangen, wenn es die Nachwuchsarbeit damals schon in der heutigen Form gegeben hätte“, sagt Galm. So aber schloss er sich als junger Spieler erst Kickers Of- fenbach an und dann 1860 München. Als 16-Jähriger wechselte Galm zum VfB Stuttgart. Da er auch in die Nationalmannschaften von der U15 bis zur U19 berufen wurde, schien die Bundesliga nicht mehr weit zu sein. Er stand mit Khedira und dem späteren TSG-Profi Andreas Beck im Finale um die Deutsche B-Junioren-Meisterschaft 2003 gegen Hertha BSC und schoss die 1:0-Führung. Allerdings verlor der VfB das Spiel mit 1:4. Zwei Jahre später jedoch erreichten Galm & Co. erneut ein Endspiel, diesmal das der A-Junioren. In Celle bezwangen die Stuttgarter den VfL Bochum mit 1:0, den entscheidenden Treffer markierte Adam Szalai, mit dem er nun – elf Jahre später – wieder in einem Klub zusammengefunden hat. „Die Meisterschaft war der krönende Abschluss meiner tollen Jugendzeit“, sagte Galm, der damals zudem Torschützenkönig der Bundesliga Süd/Südwest wurde. Wenn ihm heute Ma- nuel Neuer begegnet, grüßt der Nationaltorwart ihn wie einen alten Bekannten. „Manu hat nicht vergessen, wer gegen ihn getroffen hat“, sagt Danny Galm und lacht.





















































































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