Page 56 - Spielfeld_Oktober_2016
P. 56

                                  PRÄSENTIERT VON
   Frauen- Bundesliga
Offizieller Fitness- und Gesundheitspartner
Während die Mittelfeldspielerin in der 2. Bundesliga zum fes- ten Stammpersonal gehörte, musste sie sich in der Bundesliga einem Konkurrenzkampf um die Startelf-Plätze stellen. „Ich habe in den vergangenen Jahren nie kontinuierlich gespielt, weil wir immer viele gute Spielerinnen im Kader hatten“, schaut Stephanie zurück.
Weniger arbeiten, mehr spielen
Zudem änderte sich auch ihre berufliche Belastung. Nach mittlerer Reife und einer kaufmännischen Ausbildung bei ‚Anpfiff ins Leben‘ stieg sie als Personalsachbearbeiterin beim Golf-Club St. Leon-Rot ein. Nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch im Büro wurden von ihr Konzentration, En- gagement und gute Leistungen erwartet. „Ich kam oft zum Training und mein Akku war eigentlich schon leer“, gibt sie zu. „Nach acht oder neun Stunden im Beruf ist man im Kopf nicht mehr frei, auch der Körper macht nicht alles mit.“ Vor der Sommerpause 2016 fasste Stephanie einen Entschluss. Sie einigte sich mit ihrem Arbeitgeber auf eine Reduzierung der Arbeitszeit. Viele Gespräche mit Verantwortlichen bei der TSG und beim Golf-Club habe sie geführt. Denn ihr sei
klar geworden, dass sie im Bundesliga-Team der TSG nochmal voll angreifen wollte. „Ich will mit der Mannschaft auf dem Platz stehen und Spaß haben. Ich freue mich auf jedes Spiel.“ Mit 24 gehört Stephanie bei der TSG zu den erfahrenen Kräften. Für sie ist es die achte Saison in Hoffenheims erster Frauen- mannschaft. „Früher war ich immer das Küken, jetzt bin ich eine der ältesten“, sagt Stephanie, die in Oberliga-Zeiten mit gerade einmal 16 Jahren zu ersten Einsätzen im Frauenteam kam. Nun möchte sie mehr Verantwortung übernehmen.
Die Rasanz der Entwicklung hat „Steph“ durchaus auch nachdenklich gemacht. Viele Gesichter hat sie im TSG-Trikot kennengelernt, sehr viele schafften nicht den Sprung von der Ober-, Regional- oder 2. Bundesliga bis in Deutschlands höchste Spielklasse. „Je professioneller die Bedingungen bei der TSG wurden, desto mehr frühere Freundinnen von mir verließen den Verein. Das sind die Schattenseiten im Fußball“, sagt Breitner. Auch diese logische Folge der Professionalisie- rung war noch weit weg – damals, als Stephanie Breitner ihre Fußballschuhe noch für den 1. FC Mühlhausen schnürte und es die Frauenfußballerinnen der TSG 1899 Hoffenheim noch gar nicht gab. Sie aber ist den ganzen Weg gegangen.
  Kraftvoll und willensstark: Stephanie Breitner (l.).
56

























































































   54   55   56   57   58