Page 41 - Spielfeld_Oktober_2016
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                                  SPRECHSTUNDE BEI DR. FRÖLICH
DER INNENBANDRISS
Profis
PRÄSENTIERT VON
   Der Innenbandriss ist eine Knieverletzung, die im Fußball leider nicht selten vorkommt. Sie ist weniger schwer als ein Kreuzbandriss,
erfordert aber dennoch bei Profifußballern oft eine Operation und zieht eine mehrwöchige Pause nach sich. TSG-Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler erlitt beim 4:4 in Mainz einen Innenbandriss.
Das Innenband verläuft an der Innenseite des Knies vom Oberschenkelknochen zum Schienbein. Es ist relativ breit, mit der Gelenkkapsel und dem Meniskus verwachsen. Gespannt ist das Innenband, wenn das Knie gestreckt und nach außen gedreht ist. Das ist auch die Situation, die meist einem Riss vorausgeht. Wird das Knie zu stark überdehnt, vielleicht im Zweikampf oder weil der Fuß im Rasen hängen bleibt, kann das Innenband komplett reißen, auch Teilrisse können vorkommen.
Dr. Thomas Frölich, Facharzt für Chirurgie und Allgemeinmedizin, praktiziert als Experte für Sportverletzungen am ETHIANUM Heidelberg. Der 56-Jährige ist zudem Mannschaftsarzt der TSG.
Wie kann man feststellen, dass es sich um einen Innenbandriss handelt, wenn kein Arzt in der Nähe ist?
„An der Innenseite des Knies treten Schmerzen auf, das Knie schwillt an, eventuell kommt es zu einem Bluterguss. Das Knie nach außen zu drehen, verursacht Schmerzen und ist dadurch eingeschränkt. Es kann auch sein, dass das Kniegelenk instabil ist oder sich so anfühlt – im Vergleich zum unverletzten Zustand.“
Wie geht man weiter vor?
„Für die Erste Hilfe gilt die PECH-Regel, die wir schon vorgestellt haben: Pause, Eis, Kompression und Hochlegen. Das Kühlen der ver- letzten Stelle und das Hochlegen des Beins sind wichtig. Ein straffer Verband kann die Schwellung und einen Bluterguss verhindern. Gegen die Schmerzen kann ein Mittel wie Ibuprofen eingenommen werden. Dann sollte möglichst schnell ein Arzt aufgesucht werden. Der wird feststellen, ob es sich um eine Innenbandläsion oder wirklich um einen Innenbandriss handelt.“
Wie wird die weitere Therapie aussehen?
„Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung. Ist das Band nur gezerrt, genügt in der Regel eine Ruhigstellung des Knies. Nach ein, zwei Wochen kann wieder trainiert werden. Sind bei einem Innenbandriss der Ober- und Unterschenkelknochen unverletzt geblieben und liegt keine Instabilität des Kniegelenks vor, reicht eine konservative Behandlung mit einer Beinschiene, die rund sechs Wochen getragen wird. Geht der Riss des Innenbandes mit Verletzungen der Knochen einher oder ist das Knie instabil, empfiehlt sich speziell auch bei Fuß- ballspielern eine Operation. Dabei wird das Innenband genäht. Sind an den Sehnenansätzen Knochenteilchen ausgerissen, so wird das Band refixiert. Eine solche Operation zieht eine mindestens dreimonatige Rehabilitation nach sich.“
Kann man Innenbandverletzungen vorbeugen?
„Für ein robustes Kniegelenk braucht man gut trainierte Muskeln. Starke Muskeln führen zu einer größeren Stabilität des Knies und können den Schutz gegen Innenbandrisse verbessern.“
SPIELFELD TSG 1899 HOFFENHEIM
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