Page 33 - Spielfeld_Oktober_2016
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                 Profis
 „Basti hat sicher einen der größten Namen, die es im deutschen Fußball je gab. Umso emotionaler war es für mich, bei seinem Abschied dabei zu sein. Das war für mich die Krönung“, sagte Niklas Süle. Er war acht Jahre alt, als „Schweini“ begann – und eines der Vorbilder des kleinen „Niki“ wurde. Nun im September 2016, kaum eine Woche nach seiner Rückkehr aus Rio mit der Silbermedaille im Gepäck, setzte sich Schweinsteiger beim Mannschaftsessen im Düsseldorfer Hilton-Hotel neben ihn und gratulierte ihm zu seiner großartigen Leistung bei Olympia. Und dann, am Tag darauf, „spielt Schweinsteiger plötzlich vor einem“, staunte Süle. Und anschließend lobte Löw den Hoffenheimer sogar noch explizit: „Er hat seine Sache gut gemacht und sehr engagiert gespielt.“ Niklas konnte es kaum fassen, wie ereignisreich die Wochen und Tage vor seinem 21. Geburtstag am 3. September verliefen. „Was momentan passiert“, sagte er, „ist die schönste Zeit meines Lebens. Da kommt ein Highlight nach dem anderen.“
In Brasilien wurde Süle zum Shooting-Star
Nicht nur der Name Süle hat im deutschen Fußball im Som- mer 2016 an Glanz gewonnen, auch der Stern von Jeremy Toljan strahlt heller als zuvor. Auch „Jerry“ könnte schon bald von Joachim Löw eingeladen werden. Öffentlich erklärte der Bundestrainer, Toljan sei einer seiner „Perspektivspieler“. Der TSG-Profi habe beim Olympischen Turnier als Außenver- teidiger beeindruckende Auftritte gezeigt, so Löw. Und da bekanntlich auf dieser Position, rechts wie links, im deutschen Fußball gewissermaßen ein chronischer Mangel besteht, ist Toljan mit seinen 22 Jahren ein interessanter Mann für die A-Nationalmannschaft. „In der Nationalelf zu spielen, ist der Traum eines jeden Spielers. Wer in der U21 mitgespielt hat, hat natürlich diese Ambitionen“, sagt Toljan.
Das Olympia-Turnier in Brasilien war auch in der National- mannschaft das große Thema vor den ersten Länderspielen der Saison 2016/17. Fast alle Weltmeister hatten die Spiele am Fernsehen verfolgt. Süle war der richtige Ansprechpartner für die gestandenen Nationalspieler, um mehr vom olympischen Flair zu erfahren. „Ich würde fast sagen, dass die Silberme- daille bei Olympia noch ein Tick bedeutender für mich war, einfach wegen der Umstände dort“, bekennt Süle. „Gegen den Gastgeber um den Olympiasieg zu spielen, gegen Brasilien im legendären Maracana anzutreten, vor 75.000 Zuschauern, mit einer Entscheidung im Elfmeterschießen – dramatischer geht es fast nicht“, erklärte Süle: „Rio war vielleicht noch wertvoller als mein Länderspieldebüt.“
In Hoffenheim war schließlich bekannt, wie gut Süle als Innenverteidiger spielt. Aber in Brasilien wurde der 21-Jäh- rige zum „Shooting-Star“, sein abgeklärtes Spiel in zentraler Position vor dem eigenen Tor, seine quasi fehlerfreie Leistung wurde von einem Millionen-Publikum vor den TV-Schirmen wahrgenommen.
Sie waren schon in der TSG-Jugend gemeinsam erfolgreich: Niklas Süle (r.) und Jeremy Toljan.
„Basti hat sicher einen der größten Namen, die es im deutschen Fußball je gab. Umso emotionaler war es für mich, bei seinem Abschied dabei zu sein. Das war für mich die Krönung.“ NIKLAS SÜLE
SPIELFELD TSG 1899 HOFFENHEIM
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