Page 32 - Spielfeld_Oktober_2016
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                IM KREIS DER
GROSSEN ANGEKOMMEN
Einen wahren Interview-Marathon musste Niklas Süle bestreiten. Nach seinem Länderspiel- Debüt war er ein gefragter Mann bei den Medien. Ebenfalls stark im Fokus stand Jeremy Toljan, der zweite Olympia-Silbermedaillengewinner der TSG Hoffenheim.
 Ballsicher beim Länderspiel-Debüt gegen Finnland: Niklas Süle.
Es war ein besonderer Moment, der tiefe Gefühle bei Niklas Süle auslöste. „Später kann man einmal erzählen, dass man
bei diesem Spiel dabei war“, sagt der Vertei- diger der TSG 1899 Hoffenheim, der einen außergewöhnlichen Sommer erlebte. So fan- tastisch, wie er ihn sich selbst nicht in seinen kühnsten Träumen ausgemalt hatte. Da stand er nun Anfang September im Borussia-Park in Mönchengladbach und bestritt tatsächlich sein erstes Länderspiel, das zugleich das letzte von Bastian Schweinsteiger war. Der Welt- meister, Held des Finales von Rio de Janeiro vor zwei Jahren, gab sein Abschiedsspiel und konnte seine Tränen vor dem Anpfiff nicht unterdrücken. Dass er in diesem Augenblick tiefster Emotionen, als der Kapitän das Schiff verließ, dabei sein durfte, das bewegte Niklas Süle besonders. Ihm wurde klar, er spürte es mit großer Intensität, welches Glück es ist, Fußball-Profi sein zu dürfen.
Kurz danach begann die Partie. Niklas spielte im Trikot mit der Nummer 17, das sonst seinem Idol Jérôme Boateng vorbehalten ist. Als linkes Glied der Dreierkette neben Shkodran Mustafi und Joshua Kimmich gab er gegen Finnland sein Debüt in der Startelf des Weltmeisters. „Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Gleich zur Startelf zu gehören, die Nationalhymne auf dem Platz mitzusingen, und diese Stimmung wegen Bastis Abschied. Das alles war für mich überragend, ein tolles Gefühl“, sprudelte es aus Süle nach dem Schlusspfiff heraus. Sein erstes Länderspiel, das 2:0 gewonnen wurde, war lediglich eine Testpartie vor dem Start der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 gewesen, aber durch den Abschied von Schweinsteiger nach 121 Länderspielen seit 2004 war es doch ein stimmungsvoller und ganz besonderer Abend.
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