Page 26 - Spielfeld_Oktober_2016
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                  ALEXANDER ROSEN
Gespräch auf Augenhöhe: Alexander Rosen (l.) mit dem Wolfsburger Geschäftsführer Klaus Allofs.
„Jammern ist der falsche Ansatz. Wir müssen es auch als Chance begreifen.“ ALEXANDER ROSEN
Und die Spirale wird sich, etwa aufgrund der massiv gestiegenen TV-Gelder in der englischen Premier League oder auch dem neuen Verteilerschlüssel in der Champions League, weiter und schneller drehen. „Natürlich sehe ich die Gefahren der Geldverteilung“, sagt Alexander Rosen. „Schon jetzt haben wir in Deutschland eine stabile Top 6, die nun noch zusätzlich profitieren wird.“ Aber: „Jammern ist da der falsche Ansatz, wir müssen es auch als Chance begreifen.“ Es werde immer noch genügend junge, talentierten Fußballer ge- ben, die es zu finden und weiterzuentwickeln gelte: „Und auf dem Wege der erhöhten Transfererlöse holen wir uns dann etwas vom Kuchen zurück.“ Schneller sein, besser sein, genauer hingucken als die Konkurrenz. Das ist die schwierige Aufgabe für Alexander Rosen und sein Team, denn elementarer Bestandteil der Klubstrategie ist es, „Spieler zu entwickeln, die wir im Optimalfall mit großem Gewinn verkaufen können“. Und neben den jungen Talenten im derzeitigen TSG-Profikader gibt es ja noch viele hoch veranlagte Spieler, die im Weg einer Ausleihe bei anderen Klubs Profi-Erfahrungen sammeln, wie etwa Kevin Akpoguma (Fortuna Düsseldorf), Marvin Schwäbe (Dynamo Dresden), Russell Canouse (VfL Bochum), Benedikt Gimber (SV Sandhausen) oder Nicolai Rapp (Spvgg. Greuther Fürth). „Das sind ja alles unsere Jungs“, sagt Rosen. Und sie entwickeln sich prächtig, sind Stammspieler in ihren Klubs, teilweise auch Junioren-Natio- nalspieler. „Da wächst vieles nach“, sagt Rosen, der die Spieler als früherer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums über Jahre begleitet hat. „Wir sind für die Zukunft sehr gut aufgestellt.“
Klares Kriterien-Bündel für Neuzugänge
Für ein Urteil darüber, ob die aktuellen Neuzugänge die Hoffnungen der Gegenwart erfüllen, ist es dagegen noch zu früh – abseits der Frage, nach welchen Kriterien man ihren Wert bemisst. Es ist eines der Themen, bei denen Alexander Rosen leidenschaftlich argumen- tiert – und mal kurz in die Schale mit den Schoko-Leckereien langt: „Es ist immer wichtig, den gesamten Kader zu bewerten, nicht ein- zelne Spieler“, sagt Rosen. „Jeder Neuzugang hat eine andere Rolle; manche sind Herausforderer, andere sollen Führungskräfte sein, der nächste ist aufgrund seiner Vielseitigkeit wichtig, ein anderer bringt charakterlich viel für das Team.“ Für mögliche Neuverpf lichtungen hat Rosen ein klares Kriterien-Bündel geschnürt: „Passt es von der Altersstruktur her, von der Position, passt es zur Traineridee, entspricht
Geburtsdatum Geburtsort
10. April 1979 Augsburg
Stationen als Manager
2013 – lfd.
Direktor Profifußball
2010 – 2013
Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der TSG
 Vereine als Profi
2009 – 2010 2008 – 2009 2006 – 2007 2004 – 2005 2002 – 2004 2001
1999 – 2000 1998 – 2002
TSG Hoffenheim II Stuttgarter Kickers Follo FK (Norwegen) SV Elversberg
FC Saarbrücken
VfL Osnabrück (Leihe) Augsburg (Leihe) Eintracht Frankfurt
 Vereine in der Jugend
SV Mering, SC Fürstenfeldbruck, FC Augsburg
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