Page 16 - Spielfeld_Oktober_2016
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                                  Um auf das Thema Geduld zurück- zukommen: Meinst Du, dass auch zu einem guten Stürmer Geduld gehört?
„Man muss immer wieder versuchen, erfolgreich zu sein. Geduld ist dabei vielleicht wichtig, aber manchmal brauchst Du auch einfach pures Glück, um an der richtigen Stelle zu stehen. Ich hatte in Almelo und übergehend in Heerenveen eine Phase, in der ich mehr als 1.000 Minuten lang kein Tor geschossen habe. Da hat sich dann die Presse auch bei mir einen Spaß daraus gemacht, die Minuten zusammenzuzäh- len. Ich wusste das gar nicht und habe es erst im Fernsehen gehört, dass es 1.000 Minuten sind. Ich dachte okay... Meine Antwort waren dann drei Tore im nächsten Spiel.“
Selbst in so einer Torlos-Phase hat- test Du keine Zweifel?
„Selbst ein Thomas Müller als herausra- gender Stürmer hat einmal eine Phase, in der er wie während der gesamten
EM nicht trifft. Danach klappt es dann wieder. Das ist vollkommen normal, als Stürmer solche Phasen zu haben. Die will man nicht, aber sollte sich auch nicht aus der Ruhe bringen lassen.“
Würdest Du sagen, dass es eine Stärke von Dir ist, cool und gelas- sen zu sein?
„Das mag sein. Aber nervös bin ich vor jedem Spiel. Die Anspannung brauche ich auch. Aber ich werde nicht nervös, wenn ich mal zwei Spiele nicht getroffen habe. Man kann auch ein gutes Spiel machen, ohne ein Tor zu schießen. Da sollte man entspannt bleiben und nicht überdrehen.“
Ein einziges Mal hast Du für Deutsch- land gespielt, mit der U20-Auswahl. Eine reiche Auswahl von guten Stür- mern hat Bundestrainer Joachim Löw bekanntlich nicht. Deine Chance? „Was soll ich sagen? Es wäre natürlich ein Traum, für Deutschland auf laufen zu dürfen.“
LEHRMEISTER NAGELSMANN
Nach Markus Gisdol und Huub Stevens wurde Julian Nagelsmann der dritte Trainer bei der TSG Hoffen- heim für Mark Uth innerhalb von acht Monaten. Bei Nagelsmann wurde der Angreifer zum Stammspieler, auch weil er sich fußballerisch mit Hilfe des jungen TSG-Coachs steigerte. „Ich habe schon viel bei Julian gelernt. Vieles, was er vom Taktischen her erwartet, ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Taktisch habe ich mich in den 15 Monaten in Hoffenheim weiter entwickelt und besonders viel von Julian gelernt.“ Aber es waren auch von Nagelsmann vermittelte Details, die Mark Uth weiter brachten. „Ich habe oft mit dem Gesicht zum eigenen Tor den Ball gefordert. Das habe ich nun verbessert.“
 Mark Uth (2. von links) wartet auf die Gratulation der TSG-Kollegen nach seinem Treffer zur 2:1-Führung gegen Leipzig.
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