Page 15 - Spielfeld_Oktober_2016
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 In der Ruhe liegt die Kraft: Mark Uth (l.) zu Kölner Zeiten im Trainingslager mit dem FC-Torwart Timo Horn (r.) und dem heutigen Mainzer Christian Clemens.
                 Insgesamt hast Du aber lange warten müssen, was sicher nicht immer einfach war. Wie denkst Du heute über diese schwierigen Phasen?
„Sie haben mich auf jeden Fall reifen lassen. Und ich habe immer daran geglaubt, auch als ich in der Jugend zu Viktoria Köln ging oder zu Anfang meiner Zeit in den Niederlanden mit der harten Phase, als ich fast ein halbes Jahr nur auf der Tribüne gesessen habe.“
Und in Hoffenheim...
„Ja, ich hatte auch hier bei der TSG eine solche Zeit, als ich unter Huub Stevens nicht im Kader war. Aber da muss man einfach geduldig sein, trotz der Enttäuschung weiter hart arbeiten, trainieren und alles geben. Nur so kann man dann auch aus einem Loch wieder rauskommen.“
Wie bleibt man motiviert, wenn es hakt?
„Es war manchmal schwierig, aber meine Eltern haben mich immer aufgefangen und unterstützt. Ich bin damals aus Heerenveen viel nach Hause gefahren, Freunde sind dort auch vorbeigekommen, natürlich auch meine Freundin. Das hat geholfen. Es war schwierig, aber ich habe nie ge- zweifelt, nie aufgegeben. Auch mein Berater hat gesagt, du musst weitermachen, irgendwann kommen wieder bessere Zeiten.“
Hattest Du, auch wenn Du nicht wirklich stark ge- zweifelt hast, eine Alternative für den Fußball im Hinterkopf ?
„Hätte es mit dem Profifußball nicht geklappt, hätte ich nicht lange rumgemacht, sondern ein Studium begonnen.
Das hatte ich auch mit meinem Vater, nachdem ich das Fach- abitur gemacht hatte, abgesprochen. Er sagte, Du hast jetzt drei, vier Jahre Zeit, um Dich im Profifußball zu etablieren. Wenn das nicht funktioniert, dann müssen wir überlegen, ob das Sinn macht.“
Hattest Du eine Vorstellung, welches Studium Du begonnen hättest?
„Nein, darüber habe ich mir damals nie konkret Gedanken gemacht. Aber nun werde ich ab Oktober ja trotzdem studieren (lacht): Sportbusiness-Management in einem Fernstudium.“
Dafür gibt es ja prominente Vorbilder wie Oliver Bierhoff, der das geschafft hat, obwohl er im Ausland spielte. Warum hast Du Dich für ein Studium entschieden? „Man muss ja etwas machen, irgendwann ist mit dem Fuß- ball ja Schluss. Außerdem habe ich schon das Gefühl, man muss auch immer etwas für den Kopf machen. Wenn es mit dem Studium etwas hakt, hat man ja Zeit, man kann es etwas länger ziehen. Im Endeffekt habe ich vielleicht noch acht Jahre für den Profifußball. In acht Jahren sollte ich das Studium schon hinbekommen.“
Und wie kamst Du auf Sportbusiness-Management?
„Ich würde gerne im Fußball bleiben, das fände ich gut nach dem Abschluss meiner aktiven Karriere. Fußball ist halt meine Leidenschaft. Bei der TSG habe ich Alexander Rosen (Direktor Profifußball; d. Red.) gesagt, dass ich studieren werde. Er fand das gut und hat mir ein Praktikum angeboten, um mal reinzuschnuppern. Das werde ich vielleicht anneh- men, um zu gucken, was so auf mich zukommt.“
SPIELFELD TSG 1899 HOFFENHEIM
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