Page 98 - Spielfeld 04 2020
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ZIELMARKT NORDAMERIKA
In die USA bestehen sehr interessante Beziehungen zu renommier- ten Institutionen. Über das Netzwerk von Prof. Dr. Jan Mayer, dem Geschäftsführer des TSG Research LAB, haben sich Kontakte zur Stanford University entwickelt. Gemeinsame Aktivitäten im Rahmen innovativer Projekte – zum Beispiel der Helix Arena (siehe Seite 50ff.) – sind ebenso denkbar wie die Entwicklung neuer Vorhaben mit anderen Partnern. „In den USA und auch in Kanada möchte ich gern mein bestehendes Netzwerk und meine Erfahrungen, die ich während meines langen Aufenthalts in den Vereinigten Staaten gesammelt habe, einbringen“, sagt Tony Mamodaly. Eine Koopera- tion mit einem Klub der Major Soccer League (MLS), der 26 Klubs umfassenden Profi-Liga der USA und Kanadas, wäre besonders erstrebenswert. „Die MLS entwickelt sich enorm. Die Vereine su- chen europäisches Knowhow, gerade bei sportwissenschaftlichen Innovationen und in der strukturierten Nachwuchsförderung. Beides bietet die TSG auf höchstem Niveau“, sagt Mamodaly. Der Fußball in Nordamerika werde in den kommenden Jahren noch stärker in den Fokus geraten, weil die WM 2026 in den USA und Kanada sowie in Mexiko ausgetragen wird.
ZIELMARKT ASIEN
Viele europäische Profiklubs betrachten China als den weltweit wichtigsten Markt, vor allem wegen seines rasanten wirtschaftlichen Wachstums und weil sich der Fußball im „Reich der Mitte“ zum Volkssport entwickelt. China hat rund 1,4 Milliarden Einwohner, dies sind 17 Mal so viel wie in Deutschland – allein diese Zahl verspricht ein riesiges Potenzial. Doch China wird von der TSG Hoffenheim nicht als vorrangiges Ziel eingeschätzt, denn die bis- her von englischen oder deutschen Klubs eingeschlagenen Wege zielen fast ausschließlich auf kommerziellen Erfolg. „Wir als TSG Hoffenheim vergessen nicht, woher wir kommen. Wir überschätzen uns nicht und sagen: ‚Hallo Amerika, Afrika und China, hier ist die TSG, kauft unsere Trikots’“, erklärt Tony Mamodaly. Die TSG möchte Netzwerke bilden, die gemeinsame Interessen verfolgen, und Partnerschaften entwickeln, die sich gemeinsamen Zielen widmen. „Bei allem was wir tun, stehen Sinnhaftigkeit, Nachhal- tigkeit und vor allem ein tiefgründiges Verständnis darüber, wer wir sind, wo wir herkommen und vor allem wofür wir stehen wollen, im Mittelpunkt. Nur wenn diese Grundvoraussetzungen erfüllt sind, können wir sichergehen, dass unsere Bemühungen auch profitabel sein können“, sagt Mamodaly.
Einen Ansatz für eine Zusammenarbeit könnte sich laut Mamo- daly demnächst einmal in Indien ergeben. Dorthin pflegt die TSG Kontakte, seitdem sich eine indische Junioren-Auswahl ab August 2015 mehrere Monate in Hoffenheim auf die U17-Weltmeisterschaft im eigenen Land (2017) vorbereitete.
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