Page 83 - Spielfeld 04 2020
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SPIELFELD TSG HOFFENHEIM
„Das war natürlich ein wahnsinniges Erlebnis. Es hat sich vom ersten Tag der Vorbereitung angedeudet. Wir hatten alle ein super Gefühl“, sagt Goc.
Besonders an eine Geschichte erinnert sich der Center gern zurück: „Für mich persönlich war es bereits die dritte Olympia-Teilnahme. Zuvor waren die Eishallen immer weit vom Deutschen Haus entfernt. Dieses Mal reichte eine 40-minütige Fahrt mit dem Bus. Dadurch waren wir näher dran und konnten auch andere Wettkämpfe besuchen. Wir haben das gern genutzt und auch mehr Zeit im Deutschen Haus verbracht.“ Auffällig viel Zeit, wie Goc lachend erzählt: „Der Moderator des Deutschen Hauses hat uns dann einmal angesprochen und gesagt, dass wir ja sehr oft da seien. Normalerweise kämen die Athleten nur nach ihren Wettbewerben oder wenn es etwas zu feiern gebe. Da hatte ich schon Angst, dass wir als Party-Truppe abgestempelt werden. Vor allem nachdem es bei Olympia 2010 in Vancouver so schlecht lief. Als wir dann die Silbermedaille gewonnen haben, hat der Moderator Tom Meiler zu mir gesagt: ‚Ihr habt es echt geschafft. Ihr seid von der Touristen-Truppe zur Touristen-Attraktion geworden.‘ Das war eine super Geschichte.“
Wenn der Eishockey-Profi über die Zeit in Südkorea spricht, spürt man, was ihm der Erfolg bedeutet: „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Jeder im Team hat gemerkt, dass wir diese Chance nutzen müssen. Bei jedem Spiel haben wir an uns geglaubt und auf einmal standen wir im Halbfinale. Spätestens ab dem Zeitpunkt hatten wir alle nur noch ein Lächeln im Gesicht“. Zum „Wunder von Pyeongchang“, der Goldmedaille, fehlten Goc und seinen Kollegen nur 55,5 Sekunden, denn das Team führte im spekta- kulären Schlussdrittel mit 3:2, ehe der Mannschaft aus Russland noch der Ausgleich gelang. Das 3:4 fiel dann nach 9:41 Minuten der Overtime, die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft beendete ihr Olym- pia-Märchen in Südkorea mit Silber.
In der Heimat wurden die Silbermedaillen-Gewinner aber gefeiert wie noch nie ein deutsches Eishockey-Team zuvor: „Wir haben das mitbekommen, dass sich immer mehr Menschen die Spiele angeguckt haben. Auch der Empfang in Deutschland und später bei den Adlern waren absolute Höhepunkte“, sagt Goc.
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       Beeindruckende Karriere: Marcel Goc spielte in der NHL, unter anderem bei den Florida Panthers (oben), holte Olympia-Silber mit der Nationalmann- schaft (Mitte) und beendete seine Laufbahn bei den Adler Mannheim (unten).




























































































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