Page 52 - Spielfeld 04 2020
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SPIELFELD TSG HOFFENHEIM
TSG RESEARCH LAB - LOGO/Final
12.11.19
  Die alte Helix, obwohl oft bewundert, hat ausgedient. Mit der neuen Helix Arena entstand eine per-
fekte Weiterentwicklung, die noch mehr Möglichkeiten für das „Gehirntraining“
bietet. Wer die hochmoderne Anlage betritt,
steht sogleich in einem Rundum-Kino. Dieses weltweit einzigartige 360-Grad-Kino ist während des Trainings für die Sportler nichts anderes als eine Art Spielfeld. „Mit der Helix Arena stellen wir neben Basistrainingsprogrammen auch eine futuristische Spielsimulation her. Diese hat einen extrem hohen Aufforderungscharakter. Die Sportler sollen am besten das trainieren können, worauf es im Spielsport ankommt“, sagt Prof. Dr. Jan Mayer, Geschäftsführer des TSG Research Labs und seit zwölf Jahren als Sportpsychologe bei der TSG Hof- fenheim tätig. Anders als beim Helix-Vorgänger muss der Trainierende nun – wie auf dem echten Spielfeld – nicht nur im Blick haben, was vor ihm geschieht, sondern auch darauf achten, was sich hinter ihm abspielt.
Die Aufgabe in der Helix Arena, die zusammen mit der Firma Anton Paar SportsTec aus dem österreichischen Graz entwickelt wurde, ist damit viel anspruchsvoller als die alte 180-Grad-Vorrichtung, so wegweisend auch diese schon war. Und der Trainingseffekt, davon gehen Jan Mayer und seine Mitarbeiter des Research Labs aus, soll noch größer werden. „Es geht weiterhin um die Verbesserung der exekutiven Funktionen. Mit der neuen Helix sollen die Spieler ihr Leistungspotenzial noch mehr ausschöpfen
können“, sagt Jan Mayer. Für ihn ist das Themenfeld der Exekutiven Funktionen, einem Begriff aus der Hirnforschung
und Neuropsychologie, schon lange ein Spezialgebiet. Der Diplom-Psychologe formuliert die Zielsetzung griffig: „Wie wird man schneller im Kopf?“ Dafür wurde mit der He- lix Arena das bisher aufwendigste Trainingsgerät
geschaffen.
Max Geschwill, Linksverteidiger der U19, ist Mitte März der erste TSG-Spieler, der die Helix Arena kennenlernen darf. „Das ist schon sehr beeindru- ckend. Und viel realitätsnäher als die alte Helix“, sagt der 18-Jährige. Jan Spielmann, Mitarbeiter des TSG Research Lab, lässt ihn mehrere Tests absol- vieren. Jan Spielmann steuert alles über ein iPad, für Max Geschwill beginnen nun fünf verschiedene Trainingsprogramme.
Das erste heißt „Multiple Object Challenge“ und ist die Weiterentwicklung einer Prüfung, der sich schon viele TSG-Spielerinnen und -Spieler in der alten Helix gestellt haben. Roboter in zwei verschiedenen Farben laufen kreuz und quer an den Wänden des Raums mit seinen sechs Metern Durchmesser. Die Aufgabe lautet, zwei vorher bestimmte Roboter bis zum Spielende zu verfolgen. Das erfordert höchste Konzentration, weil die beiden sich farblich nicht unterscheiden von anderen Figuren, die ebenfalls ebenfalls kreuz und quer laufen. Max Geschwill löst die Aufgabe dennoch locker und bestimmt die bei- den richtigen Kandidaten, indem er den Remote Controller, eine „Fernbedienung“, auf sie richtet und mit einem Klick markiert. „Du hast ja auch viel trainiert in der alten Helix“, sagt Jan Spielmann anerkennend. Im nächsten Level bewegen sich die Figuren noch schneller, bei jedem neuen Start nimmt die Geschwindigkeit zu. „Wir möchten, dass die Trainierenden ihre optimale Trainingsleistung er- reichen, also ihr Leistungspotenzial bis zum Limit ausschöpfen. Mit kontinuierlichem Training können sie sich dann wirklich verbessern“, sagt Spielmann. Alle Fortschritte können natürlich exakt gemessen und bei Bedarf über Jahre hinweg dokumentiert werden. Die Simulation liegt darin, dass auch in einem echten Fußballspiel auf Topniveau permanent die Aufmerksamkeit hochgehalten werden muss – wie bei einer solchen Szene: Ein Innenverteidiger dreht sich zum eigenen Torwart, um von ihm einen Ball aufzunehmen.
VEREIN
  Geschäftsführer des SG Research Lab: Prof. Dr. Jan Mayer



















































































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