Page 43 - Spielfeld 04 2020
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SPIELFELD TSG HOFFENHEIM 43
 Konstantinos „Kostas“ Stafylidis fällt auf: Auf dem Rasen durch seine körperbetonte Spielweise, neben dem Feld durch die Kunstwerke auf seiner Haut. Der 26 Jahre alte griechische Nationalspieler ist ein großer Tattoo-Fan. In SPIELFELD stellt er sein liebstes Motiv vor und spricht über die Leidenschaft, die unter die Haut geht.
Kostas, viele kleine Kunstwerke bedecken Deinen Körper. Was ist Dein Lieblingstattoo?
„Speziell aus fußballerischer Sicht ist es natürlich die Grätsche auf meiner
linken Wade. Es steht für meine Leidenschaft, aber auch für meinen Job. Es
zeigt deutlich, was für ein Spielertyp ich bin: hart und körperbetont – gegen
mich selbst, den Ball und den Gegner. Das bedeutet nicht, dass ich meinen Gegenspielern weh tun möchte. Aber ich kann nicht akzeptieren, dass mich jemand austanzen will oder auf dem Platz Späße mit mir macht. Darum zeigt das Tattoo klar, dass nur der Ball oder der Gegner an mir vorbeikommt – aber nicht beide zusammen.“
Bist Du stolz auf Deine Spielweise?
„Jeder hat seine eigene Art, Fußball zu spielen. Die sucht man sich nicht aus, sie entsteht von innen heraus. Und das ist nun mal meine, und ja, darauf bin ich stolz. Für mich als Verteidiger ist unser Tor wie mein Haus: Da lasse ich niemanden rein, und wer es versucht, bekommt Schwierigkeiten. Meine Mitspieler sind wie meine Familie, ich muss sie und mein Haus beschützen – und dementsprechend spiele ich. Und dafür steht das Tattoo.“
AS-Rom-Legende Daniele De Rossi hat dieselbe Tätowierung ...
„Ja, ich habe es bei ihm gesehen und gedacht: Wow, das ist ein tolles Motiv. Er war einer der besten Defensivspieler der Geschichte und ich mochte sei- nen Stil: Er hat immer hart sowie aggressiv gespielt und immer 100 Prozent gegeben. Es passte auch zu mir und daher habe ich es mir auch auf die Wade tätowieren lassen.“
Wann hast Du Dir Dein erstes Tattoo stechen lassen?
„Da war ich noch ein Teenager. Im Jahr 2012 haben wir bei der U19-EM mit Griechenland das Finale erreicht und erst gegen Spanien verloren. Nach dem Turnier habe ich meinen Vater angerufen und ihm gesagt, dass ich mir nach dieser großartigen Erfahrung ein Tattoo stechen lassen will – nur eins
und nur ein kleines (lacht). Daraus wurde das Kreuz auf der Brust und es folgten noch viele andere. Und jedes Mal habe ich ihm gesagt: ‚Das ist das Letzte.‘ Irgendwann meinte er dann zu mir, dass es mein Körper und mein Leben sei und ich das selbst entscheiden müsse. Ich mag meine Tattoos, nur im Gesicht würde ich mich nicht tätowieren lassen. Nicht wegen der Optik, sondern weil es einfach zu schmerzhaft ist.“ (lacht)
      




















































































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