Page 40 - Spielfeld 04 2020
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  Zwei Dänen für Europa
Nach einem Monat im Hotel ist Jacob Bruun Larsen mittlerweile mit Freundin Christina Wildbrok in eine Wohnung in Heidelberg gezogen. Die neue Heimat gefällt dem Paar. „Wir sind sehr glücklich hier, die Region ist wirklich schön.“ Ein weiterer Vor- teil: Kumpel Robert Skov lädt regelmäßig zum Essen ein: „Er kocht sehr gern und gut, das schlage ich natürlich nicht aus.“ Gemeinsam wollen die beiden nun Erfolge mit der TSG feiern. Zwar ist noch nicht abzusehen, wie sich die Bundesliga-Saison aufgrund des Corona-Virus entwickelt. Falls es aber weiter- geht, ist die Zielsetzung klar: „Wir haben in der Tabelle nur zwei Punkte Rückstand auf die Europacup-Plätze und wollen unbedingt international spielen. Wir sind sehr positiv, haben schon gegen viele gute Mannschaften gespielt und eine gute Ausgangslage.“
In der Bundesliga setzte Bruun Larsen Glanzlichter, ein Ziel blieb im Dortmunder Sammelbecken für Supertalente aber auf der Strecke: ein Stammplatz und damit regelmäßige Spielzeit über 90 Minuten. Es war an der Zeit für eine Analyse des Karriereplans. „Ich habe mir die Frage gestellt, wie viel Spielzeit ich in Dortmund bekommen werde. Es ist das Wichtigste für einen jungen Fußballer, mit Anfang 20 entwickelt man sich sehr stark.“
Der Wechsel wurde beschlossen, an Interessenten mangelte es nicht. Doch die TSG Hoffenheim stach schnell heraus: „Es war mir wichtig, zu einem Verein mit offensiver Spielphilosophie zu gehen. Ich hatte sehr gute Gespräche mit Alfred Schreuder, habe alle Bausteine bei meinen Überlegungen mit einbezogen und bei Hoffenheim das beste Gefühl.“
Freunde, Nationalmannschaftskollegen und nun auch Mannschaftskameraden bei der TSG: Robert Skov (untere Reihe, 2.v.r.) und Jacob Bruun Larsen (untere Reihe, rechts).
Einer dieser Bausteine ist Robert Skov (23). Das dänische Duo der TSG kennt sich bereits von den Olympischen Spielen 2016, bei denen sie die jüngsten Teilnehmer des dänischen Teams waren. Seitdem verbindet sie eine enge Freundschaft. „Ich habe natürlich auch mit Robert gesprochen. Ich kenne ihn sehr lange und vertraue ihm. Er würde mir sagen, wenn ihm hier etwas nicht gefällt. Er hatte aber nur Gutes über Verein und Trainer zu berichten.“ So hatte der Angreifer auch keine „Sorge“, eben- falls zum Außenverteidiger umgeschult zu werden, wie er lachend erzählt: „Das wäre nicht gut, mein Defensivverhalten ist dafür noch zu schwach. Ich wollte immer Tore schießen und suche immer den Abschluss. Das hat mir schon als Kind alles bedeutet.“
Jacob Bruun Larsen hofft nun darauf, in Hoffenheim wieder regelmäßig zu jubeln – und international zu spielen. Die bisherigen Erlebnisse haben Lust auf mehr gemacht. „Ich bin sehr dankbar über all die Erfahrungen, die ich bislang machen durfte. Aber man kann immer noch etwas drauflegen. Wenn man ein Ziel erreicht hat, muss man sich ein neues Ziel setzen und an der Erfüllung eines neuen Traumes arbeiten. Und darum bin ich nun hier.“
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